"Wo ist mein Handy?", fragt sich Violas als Erstes, als sie nach einem Schiffsunglück, das sie an die Küsten Illyriens spülte, wieder zu sich kommt. Vom ersten Augenblick an ist klar, dass Regisseurin Corinne Eckenstein mit Shakespeares Liebeskomödie "Was ihr wollt" sehr freihändig umgeht. Statt heimlicher Liebesbriefe werden hier Messages auf Instagram und Facebook geteilt und gelikt.

Die Bühne im Dschungel ist bis auf ein Treppen- und Klettergerüst leer geräumt, bei den Kostümen für das zehnköpfige Ensemble hat Kostümbildnerin Devi Saha in der Club-Kultur gewildert. Hautenge Leggins, zentimeterhohe High Heels und knallbunte Perücken sind Pflicht, dazu Make-up möglichst dick aufgetragen und farbenfrohe Bärte. Das Vexierspiel der Geschlechter, bei Shakespeare durchaus angelegt, treibt die Dschungel-Intendantin in der 90-minütigen Aufführung auf die Spitze, bis sie den Punkt erreicht, an dem es völlig egal ist, ob sich Mann oder Frau begegnen, Hauptsache man/frau ist verliebt.

Manche Pointe glückt, anderes geht weniger auf, was vor allem an den nicht rundweg sattelfesten Jungmimen liegt. Der guten Laune tut dies jedoch keinen Abbruch.