Auch nach der Ankündigung der Osterfestspiele Salzburg, sich nach 2022 vom künstlerischen Leiter Christian Thielemann und der Sächsischen Staatskapelle Dresden als Residenzorchester zu trennen, sind die Wunden noch nicht geleckt. Jetzt entspinnt sich ein Schlagabtausch zwischen dem scheidenden Geschäftsführenden Intendanten Peter Ruzicka und seinem designierten Nachfolger Nikolaus Bachler.

Anlass war ein Interview Bachlers in den "Salzburger Nachrichten" , in dem Bachler meinte: "Wenn jetzt die Osterfestspiele und ihr Intendant [...] kommunizieren, wie wirtschaftlich solide sie dastünden, muss ich lachen. In den Vorjahren wurde von den Reserven gezehrt - aus dem Förderverein und aus Rückstellungen für schließlich gewonnene Prozesse infolge des Finanzskandals. 2021 wird alles aufgebraucht sein."

In einer Stellungnahme weist Ruzicka diese Aussage als "rufschädigende unwahre Tatsachenbehauptungen" zurück. Die Osterfestspiele hätten "in dem fraglichen Verantwortungszeitraum [...] nicht von Reserven des Fördervereins gezehrt". Die beiden Reservefonds des Vereins in der Höhe von 750.000 Euro und 650.097 Euro seien zu keinem Zeitpunkt angetastet worden. Auch die Behauptung, dass die Reserven aus Rückstellungen für gewonnene Prozesse infolge des Finanzskandals im Jahre 2021 aufgebraucht werden seien, sei unrichtig. Nach Abschluss des Haushaltsjahres 2021/22 würden noch Rückstellungen in Höhe von 264.902,23 Euro als Reserve zur Verfügung stehen, über die für künstlerische Zwecke bei den Osterfestspielen 2023 verfügt werden kann. "Auch die genannten Reservefonds des Fördervereins werden erforderlichenfalls zur Verfügung stehen", so Ruzicka.(apa)