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Max und Moritz, diese beiden, lassen and’re Menschen leiden. Und dabei singen sie auch, zumindest in der Adaption, die derzeit im Wiener Kabarett Niedermair läuft. Da inszeniert nämlich Doris P. Kofler (Max) mit drei Schauspielerkollegen den Klassiker als Kindermusical ab 4 Jahren: Heinz Jiras lässt Wilhelm Busch persönlich die sieben Streiche der beiden schlimmen Buben erzählen, ehe er in die Rolle der Schneidergattin Böck schlüpft; Leonie Reiss heckt als Moritz mit gelber Perücke die Streiche mit aus; und Victor Weiss gibt die Opfer von Witwe Bolte bis Lehrer Lämpel, wobei er enorme Wandlungsfähigkeit beweist, mit lustigen Dialekten und Stimmlagen.

Es gibt also zwei Hosenrollen und dazu zwei Herren in Damenkleidern, ganz wie man es aus musikalischen Werken aus der Zeit des Herrn Busch kennt, man denke nur an die Oper "Hänsel und Gretel". Allerdings geht "Max und Moritz" im Niedermair weitaus glimpflicher aus, weil die zwei Schelme (Achtung, Spoiler!) am Ende einsehen, dass sie Böses getan haben, und Besserung geloben. Und so geht es für Max und Moritz diesmal nicht in den Trichter beim Müller, nachdem Bauer Mecke ihnen das Handwerk gelegt hat.

Es wäre sich wohl auch nicht ganz ausgegangen mit der jungen Zielgruppe, die im Stück auch ein bisschen zum Mitmachen animiert wird. Einzig die vier toten Hühner am Strick geben der erwachsenen Begleitung ein wenig zu denken. Ansonsten hat der Originaltext, der weitgehend übernommen wurde, zwar noch eine gewisse Schärfe, aber der Slapstick und Klamauk, die auf der Bühne dominieren, relativieren ihn dann doch. Die Musik ist schön abwechslungsreich und eingängig, und vor allem überzeugen alle vier durch eine authentische Spielfreude.