"Die Maus spazierte im Wald umher . . ." Vor genau 20 Jahren hat Julia Donaldson diesen ersten Satz ihres Kinderbuches "Der Grüffelo" geschrieben, das von Axel Scheffler illustriert wurde und seither zu einem Klassiker geworden ist. Es folgten zwei weitere Bücher aus der Grüffelo-Welt sowie ein Film - der nun vom Süddeutschen Figurentheater Sperlich als Bühnenstück inszeniert wird. Aktuell hat Familie Sperlich (Vater, Mutter und Sohn sind als Puppenspieler im Einsatz) ihr beheiztes Zelt neben der Therme Wien aufgeschlagen.

Eine knappe Stunde (mit kurzer Pause) dauert die Geschichte von der Maus, die im Wald erst Fuchs, Eule und Schlange entrinnt, indem es vor den drei Raubtieren von einem Monster fabuliert, das es besuchen gehe - um danach festzustellen, dass es den von ihr erfundene Grüffelo plötzlich doch gibt. Dass die Begegnung mit ihm gut ausgeht, weiß man aus dem Buch und dem Film, dessen Soundtrack übernommen wurde. Auch die Originaltexte kommen zum Einsatz, allerdings um zahlreiche eigene Sätze ergänzt, um auf die Spieldauer zu kommen, dies aber ohne störende Längen. Das Ganze hat den Charakter eines Kasperletheater weil die Tiere auch zum Publikum sprechen. Interessant ist dabei, wie die Kinder mit Fuchs, Schlange und Eule interagieren.

Angst hat keiner vor den dreien, und auch nicht vor dem Grüffelo. Das liegt wohl auch daran, dass die Sperlichs, die langjährige Erfahrung mit Märchentheater haben, ihre Plüschpuppen, die wirklich gut geführt sind, bewusst flauschig gestaltet haben. Da schaut selbst die Schlange niedlich und flauschig aus. Dazu kommen schön gemalte wechselnde Kulissen mit dreidimensionaler Tiefenwirkung. Optisch und darstellerisch fügt sich die Bühnenadaption perfekt ins Grüffelo-Universum ein. Noch bis 11. November gastiert das Süddeutsche Puppentheater in Wien. Für nächstes Jahr hat es sich übrigens erneut angesagt: Da steht dann der kleine Drache Kokosnuss auf dem Spielplan.