Mark Twains Roman "Prinz und Bettelknabe" aus 1881 variiert auf gewitzte Weise das altbekannte Motiv der Verwechslungskomödie. In diesem Fall tauschen ein sagenhaft arroganter Prinz und ein cleverer Bettelknabe die Gewänder und somit auch die Rollen. Geplant war das Vexierspiel mit dem sozialen Status für nur einen Tag, gehalten hat es weitaus länger. Aus Mark Twains Abenteuergeschichte sichert sich Regisseur Jethro Compton die besten Auftritte für die routinierte Aufführung von "Prinz und Bettelknabe" im Theater der Jugend.

Ein gelungener Coup war die Besetzung der Hauptrollen mit Maria Astl und Julenka Werkmeister, man schaut den beiden Akteurinnen mit viel Vergnügen bei der Arbeit zu. In klassischen Kostümen und minimalistischem Bühnenbild entfacht der britische Regisseur mit dem neunköpfigen Ensemble ein überaus kurzweiliges Spiel für Kinder ab sechs Jahren mit lässig choreografierten Fechtszenen und einem überraschenden Finale.