Ein Reinraum ist ein Raum mit geringer Konzentration an Teilchen in der Luft. Hier werden Smartphone-Chips produziert, während draußen optimierungsbewusste Menschen von Instagram-tauglicher Perfektion nur träumen können. In ihrer Performance "How to protect your internal ecosystem" im Werk X-Petersplatz vereint die Berliner Medienkünstlerin Miriam Schmidtke diese beiden Welten.

Ihr assoziativ heutiger Text, den sie mit der Performerin Mimu Merz zusammen verfasst hat, kommt teils ratgeberartig vom Tonband und wird sonst von Merz und ihrer Bühnenpartnerin, der Schauspielerin Naemi Latzer, vorgetragen. Besonders Latzer gelingt es dabei, das klinisch cleane Setting durch ihr subtil humoriges Spiel vereinzelt zu durchbrechen.

Die beiden tragen eine Mischung aus Schi- und eben (Rein-)
Raumanzügen, wabern im hypnotischen Gleichschwung, filmen sich und einander mit ihren Handykameras und geraten in immer exzessivere Choreografien zum Sound von Bernhard Hollinger. Auf der Textebene geht es indes etwa um die Fixierung auf den eigenen Körper als Hauptsache, damit er nach außen hin Nebensache bleiben kann: Körperkult mit dem Ziel der Entkörperlichung.

Das ist nicht uninteressant, bleibt für eine Stückentwicklung, wie der Abend genannt wird, aber etwas abstrakt. Ein performativerer, weniger frontaler Rahmen als das Theater am Petersplatz hätte Schmidtkes Unternehmung möglicherweise besser zur Geltung gebracht. Selbst die Premiere war erschreckend ärmlich besucht.