Lutz Hübner ist ein Phänomen: Der 55-Jährige ist der Liebling der Branche, gehört zu den meistgespielten Gegenwartsdramatikern, obwohl oder vielleicht gerade weil seine Dramen sich dem Zeitgeist widersetzen. Die Themen seiner Stücke, die sich vor allem an ein junges Publikum richten, sind ungeniert populär, seine Stücke sind eingängig, setzen sich pointiert mit überschaubaren Konflikten auseinander und kommen mit kleiner Besetzung aus.

Im Fall von "Alles Gute", das nun im Theater im Zentrum zu sehen ist, geht es um die Schere zwischen Arm und Reich. Claudia Waldherr spielt gewohnt souverän die Protagonistin Alina, deren Mutter die Familie als Alleinerzieherin und Putzfrau mit Mühe über die Runden bringt. Als ein neues Mädchen in die Klasse kommt, manövriert sich Alina in eine ausweglose Situation. Um der superreichen Nadine (Shirina Granmayeh) zu imponieren, gibt sie sich ebenfalls als Kind wohlhabender Eltern aus. Mit fatalen Folgen: Nadine redet Alina eine Mega-Geburtstagsparty ein, die sie nie im Leben finanzieren kann. Aus dieser vertrackten Situation entwickelt Hübner ein charmantes Stück mit überraschendem Ausgang.

Gute-Laune-Stück

Meister-Entertainer Werner Sobotka setzt die geschmeidige Vorlage mit dem siebenköpfigen Ensemble routiniert und handwerklich gekonnt um. Für Lacher sorgt der absichtsvoll gestelzte Umgang der Akteurinnen mit dem Lebenselixier Smartphone und der Malaise mit dem Tastenhandy. "Alles Gute" verbreitet gute Laune für ein Publikum ab elf Jahren.