Wer hatte nicht als Jugendlicher große Träume? Einmal einen entfernten Kontinent erkunden, zu Fuß die Alpen überqueren oder per Autostopp Europa bereisen. Die Freunde Engelbert und Alois hatten 1986 einen ganz speziellen Traum: mit dem Motorrad vom Waldviertel bis nach Dakar zu fahren. Nach wenigen Kilometern und einer Panne endete das Abenteuer jedoch abrupt.

Heute blicken beide auf ein mehr oder weniger gescheitertes Leben zurück. Engelbert, der spießige Risikomanager, der noch immer am Rockzipfel der bereits verstorbenen Mama hängt, ist geschieden, in Frühpension und sucht nach dem Sinn des Lebens. Alois, ehemaliger Fremdenlegionär, versucht sich mit markigen Drill-Sergeant-Sprüchen über seine finanzielle Krise hinwegzuschummeln. Da kommt beiden die Wiederaufnahme ihres Dakar-Projekts wie gerufen, um ihrem Leben endlich wieder eine sinnvolle Richtung zu geben.

In seinem mittlerweile 13. Soloprojekt nimmt Roland Düringer das Publikum auf eine Reise zu den menschlichen Schwächen mit - wie ein Roadmovie, in dem die ewigen Loser einmal im Leben etwas richtig Tolles erleben wollen. Anders als in seiner Ziegenbart-Zeit hat Düringer in "Africa Twinis" die Weltverbessererkeule beiseite gelegt und kehrt wieder zu seinen Ursprüngen als technikaffiner PS-Freak zurück. Trotzdem schafft er es, Satire und gesellschaftliche Kritik gut miteinander zu verbinden. Ein Abend zum Lachen und Nachdenken, welchen lange gehegten Traum man selber doch endlich umsetzen sollte.