"Mein Life war grau, ich hatte den Blues mit meinem Aussehen", beklagt sich die Protagonistin am Beginn der Performance "Open Hair Concert". "Ich muss an meiner Uniqueness arbeiten." Wie das gehen soll in Zeiten von Instagram und Co, davon handelt die einstündige Immersive Performance "Open Hair Concert".

Die Theaterformation Ansicht hat dafür einigen Aufwand betrieben: Der gesamte Bühnenraum des Jugendtheaterhauses Dschungel im Museumsquartier ist mit rosarotem Teppich ausgelegt, die 19 jugendlichen Akteurinnen tragen rosa Gewänder und identische rosafarbene Perücken. Die Zuschauer bewegen sich frei durch die lose Szenenabfolge. In einzelnen Stationen geht es nun um die Tücken einer Pubertät im digitalen Zeitalter, wie die prekäre Selbstfindung unter den polierten Selbstdarstellungen in den sozialen Medien leidet und wie einen die Suche nach der nächsten Insta-Story unter Druck zu setzen vermag. Mit Witz und Einfühlsvermögen nähert sich Theatermacher Flo Staffelmayr der Lebenswelt heutiger Teenager an. Seine Textfassung und die krude Englisch-Deutsch-Sprachmischung ist gekonnt Schulhofgesprächen abgeschaut. "Open Hair Concert" ist ein amüsanter Trip in die Parallelwelt junger Menschen auf Snapchat, WhatsApp und Insta.