Soll die Menschheit nach dem Klimakollaps überleben? Sich per Raumschiff auf den Mars retten? Auf einer Art Science-Fiction-Arche-Noah im Traumschiff-Format; in der dann vom Proleten bis zum Edelkomiker alle sozialen Kategorien vertreten sind? Oder sollte man lieber danach trachten, diese üble Spezies zu vernichten, noch bevor sie Unheil auf der Welt stiften kann? Etwa mit einer Zeitmaschine, mit der man zu den Höhlenmenschen reist und sie von jeglicher Reproduktion abbringt.

Es geht um existenzielle Fragen, wenn Michael Niavarani seine neue Revue "Arche Noah Luxusklasse" im Simpl auf die Bühne bringt. Der frischgebackene Eigentümer des ehrwürdigen Wiener Kabaretts in der Wollzeile führt bei dem Programm aus seiner Feder auch Regie. In bester Tradition des Hauses macht die Revue problematische Auswüchse des Zeitgeists mit Humor erträglich - egal, ob Smartphone-Wahnsinn, Ibiza oder Hipster-Plage. Gleichzeitig werden Nostalgiker auf die Schaufel genommen, die sich nach der schlechten alten Zeit sehnen. Etwa wenn moderne Bordelle das orgiastische Erlebnis serviler Frauen hinterm Herd bieten. Das Simpl hält nach wie vor die Tradition der Doppelconferencen hoch, für die schon Karl Farkas und Ernst Waldbrunn legendär waren.

Als Zuckerl wartet "Arche Noah Luxusklasse" noch mit einem Sketch von John Cleese auf, den die britische Humorlegende zu ihrem 80. Geburtstag dem Simpl geschenkt hat. Unkontrollierbare Lachanfälle sind garantiert.