In den 100 Jahren ihres Bestehens haben die Salzburger Festspiele einiges erlebt - und sind zum wahrscheinlich bedeutendsten Klassikfestival der Welt avanciert. Die Zeichen der jeweiligen Zeit haben sich in die Chronik der Festspiele geschrieben, vom Kampf ums wirtschaftliche Überleben bis zur Vereinnahmung als Nazipropaganda, vom Traum eines "Friedenswerks" bis zum Kulturtourismus.

Im Folgenden eine kurze Chronologie.

1903/04: Schauspieler und Regisseur Max Reinhardt und Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal schmieden erste Pläne für Festspiele in Salzburg, in die Jahre später auch der Komponist und Dirigent Richard Strauss eingebunden wird.

1917: Reinhardt formuliert in einer Denkschrift die Idee eines Festspiels im barocken Salzburg als "eines der ersten Friedenswerke"; "Sommerspiele im ländlichen Umfeld sollten es sein", schreibt er Jahre später. Der Versicherungsdirektor Friedrich Gehmacher und der Musikkritiker Heinrich Damisch gründen die "Salzburger Festspielhaus-Gemeinde" und erstellen ein Konzept.

1918: Ein Leitungsgremium für die Festspiele wird bestellt, es besteht aus Reinhardt, Strauss und dem Wiener Operndirektor Franz Schalk.

1919: Hofmannsthal und der Bühnenbildner Alfred Roller werden in das Gremium aufgenommen, Hofmannsthal publiziert die erste Festspielprogrammatik.

1920: Am 22. August geht der "Jedermann" von Hofmannsthal in Reinhardts Regie vor dem Salzburger Dom zum ersten Mal über die Bühne. Eigentlich als Notlösung, weil das bei Max Mell in Auftrag gegebene "Halleiner Weihnachtsspiel" nicht rechtzeitig fertig wird. Außerdem war sein Erfolg bei der Uraufführung 1911 in Berlin eher bescheiden.

1921: Erste Konzerte - im 1914 eröffneten Mozarteum - kommen zum "Jedermann" dazu.

1922: Erste Opernaufführungen mit vier Mozart-Opern im Stadttheater (heutiges Landestheater), erste Uraufführung mit Hofmannsthals "Das Salzburger große Welttheater" in der Kollegienkirche, erstmals spielen die Wiener Philharmoniker bei den Salzburger Festspielen, Grundsteinlegung für ein Festspielhaus in Hellbrunn, das mangels Geld nie gebaut wird. Strauss folgt Alexander Thurn und Taxis als Festspielpräsident.

1924: Die Festspiele fallen aus wirtschaftlichen Gründen aus, nachdem sie schon 1923 ohne "Jedermann" aus nur einer Theaterproduktion bestanden hatten. Danach rettet Landeshauptmann Franz Rehrl die Festspiele mehrmals mit Sondersubventionen.

1925: Das Terrain der großen Winterreitschule der Fürsterzbischöfe (heutiges Haus für Mozart) wird erstmals als provisorisches Festspielhaus genutzt. Erste Radioübertragung mit "Don Giovanni".