1926: Die (Sommer- oder) Felsenreitschule kommt als zweite Spielstätte dazu. Clemens Holzmeister baut das Festspielhaus zum ersten Mal um. Ein Gesetz über die Bildung eines "Fonds zur Förderung des Fremdenverkehrs im Land Salzburg" sorgt für die wirtschaftliche Absicherung der Festspiele. Salzburg wird in diesen Jahren zum Treffpunkt der besten Künstler der Zeit wie Bruno Walter, Arturo Toscanini, Clemens Krauss und Fritz Busch, Alexander Moissi, Werner Krauß und Helene Thimig sowie Lotte Lehmann und Richard Tauber.

1928: Die Künstlerin Poldi Wojtek kreiert ein Festspielplakat, das bis heute das Logo des Festivals ist.

1938: Nach dem "Anschluss" wird der "Jedermann" des Juden Hofmannsthal und auch die "Faust"-Inszenierung des Juden Reinhardt in der legendären Fauststadt (Felsenreitschule) abgesetzt, nicht aber die Strauss-Opern mit Hofmannsthals Libretti. Jüdische Künstler erhalten Aufführungsverbote oder gehen ins Exil. Arturo Toscanini, in den Vorkriegsjahren die prägende Figur der Festspiele, verweigert seine Teilnahme am Festival. Das internationale Publikum bleibt weitgehend aus.

1939: Das Festspielhaus des emigrierten Clemens Holzmeister wird einer nationalsozialistischen Ästhetik entsprechend umgebaut. Hitler besucht die zu einem Propagandainstrument umfunktionierten "Deutschen Festspiele Salzburgs" (Sprachregelung nach Goebbels).

1944: Goebbels sagt die Festspiele wegen des Hitler-Attentates ab. Clemens Krauss darf aber am 16. August die Generalprobe zur geplanten Uraufführung von Richard Strauss' neuester Oper "Die Liebe der Danae" abhalten. Krauss, Karl Böhm und Hans Knappertsbusch prägen die Festspiele der Nazizeit künstlerisch.

1945: Erste Nachkriegsfestspiele unter amerikanischem Protektorat. Nach und nach kehren die in der Nazizeit unerwünschten Künstler wie Rolf Liebermann und Georg Solti zurück. Heinrich Puthon, Festspielpräsident von 1926 bis 1938 wird von den Amerikanern wieder eingesetzt.1946-1959: Oskar Fritz Schuh führt erstmals Regie; er entwirft eine Salzburger Dramaturgie, versieht den Opernspielplan mit zeitgenössischen Akzenten und inszeniert bis 1970 bei den Festspielen 30 Produktionen. Künstler wie Frank Martin, Carl Orff, Werner Egk oder Gottfried von Einem bringen die Moderne ins Spiel.

1950: Ein einzigartiges Bundesgesetz wird erlassen, in dem die Finanzierung dauerhaft geregelt wird und das bis heute gilt: Der Bund übernimmt 40 Prozent des Abgangs, Land, Stadt und Fremdenverkehrsförderungsfonds Salzburg je 20 Prozent.

1951: Ein politischer Skandal erschüttert die Festspiele: Gottfried von Einem beauftragt Bertolt Brecht, unter dem Titel "Totentanz" ein neues Stück für die Festspiele zu schreiben, das den "Jedermann" ablösen soll; von Einem wird aus dem Direktorium der Festspiele (seit 1948) gefeuert, das Stück wird nie fertiggestellt.

1957: Herbert von Karajan (erstes Dirigat mit "Faust" bei den Festspielen 1933) wird künstlerischer Leiter, ab 1964 auch Mitglied des Direktoriums. Er leitet die Festspiele als Alleinherrscher bis zu seinem Tod 1989. "Perfektionist" Karajan etabliert die romantische und italienische Oper im Programm, holt Gastorchester, die Platten- und Filmindustrie, die Weltstars der Bühnen und letztlich auch den Jetset nach Salzburg und driftet im Lauf von fast drei Jahrzehnten in künstlerische Stagnation.