Maria Urban, bekannt durch zahreiche Auftritte an Wiener Bühnen, speziell am Volkstheater, ist am 17. November im Alter von 89 Jahren gestorben.

Die Spezialität der am 27. April 1930 in Wien geborenen Schauspielerin waren Damen der feinen Gesellschaft, aber sie glänzte auch in empfindsamen Rollen, und in TV-Krimis wie "Kreuz des Südens" war sie sogar die Mörderin.

68 Jahre lang stand Maria Urban auf der Bühne. Ihre künstlerische Heimat war über viele Jahre das Wiener Volkstheater. Von 1955 bis 2005 war sie in über 110 Rollen an diesem Haus zu sehen. Dazu trat sie von 2008 bis 2016 im Theater in der Josefstadt auf. Zu sehen war sie unter anderem in John von Düffels "Buddenbrooks" nach Thomas Mann, Peter Turrinis "Jedem das Seine" und "Wie im Himmel" nach Kai Pollack. Auch in der Josefstadt-Inszenierung der "Drei Schwestern" war sie wieder zu sehen, diesmal in der Rolle der Kinderfrau Olga.

Film- und Fernsehrollen

Zuätzlich spielte sie in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen, auch in internationalen, etwa im Hollywood-Film "Die Reise" bei dem Anatole Litvak Regie führte und Yul Brynner und Deborah Kerr die Hauptrollen spielten. In den 1970er und 1980er Jahren arbeitete sie mehrfach mit dem österreichischen Regisseur Axel Corti zusammen, etwa in den Filmen "Der Bauer und der Millionär" (Buch Peter Turrini), "Der junge Freud" und "Eine blassblaue Frauenschrift" nach Franz Werfel. Fernsehzuschauer kennen Maria Urban außerdem aus Serien wie "Hallo - Hotel Sacher … Portier!" und "SOKO Donau".

Ihre Karriere hatte die Max-Reinhardt-Seminaristin an Wiener Kellerbühnen begonnen, unter anderem im "Reigen 51" von Michael Kehlmann, Carl Merz und Helmut Qualtinger am Theater im Konzerthaus.

Volkstheater-Anfang mit Tschechow

Im Jahr 1955 wurde sie von Direktor Leon Epp an das Wiener Volkstheater engagiert. Ihr Debüt gab sie als Irina in einer Stanislavski-Inszenierung von Anton Tschechows "Drei Schwestern". Bis 1990 war sie festes Ensemblemitglied des Volkstheaters, von 1990 bis 2005 stand sie dem Haus weiterhin als Gast zur Verfügung.

Zum letzten Mal auf der Bühne stand sie 2016 in der Josefstadt-Produktion "Anatol" von Peter Turrini und Herbert Föttinger nach Motiven von Arthur Schnitzler.