Wien. Der am Dienstag (10. Dezember) veröffentlichte Endbericht der Sonderkommission Ballettakademie, der die verheerenden Zustände an der Ballettakademie aufzeigt, hat nun personelle Konsequenzen: Die geschäftsführende Leiterin der Ballettakademie, Simona Noja-Nebyla, wurde von Christian Kircher, dem Chef der Bundestheaterholding, enthoben. Sie wurde nicht entlassen und verfügt nach wie vor über ein aufrechtes Dienstverhältnis Die 51-Jährige übernahm 2010 ihr Amt, nachdem sie 2006 ihre aktive Karriere als Erste Solistin an der Wiener Staatsoper nach elf Jahren beendet hat.

Laut einer Aussendung der Bundestheaterholding hat Bundesminister Alexander Schallenberg am Freitag mit Kircher, Staatsoperndirektor Dominique Meyer und dem designierten Staatsoperndirektor Bogdan Ročić, Gespräche über die aktuelle und künftige Situation der Ballettakademie der Wiener Staatsoper geführt. Dabei wurde beschlossen, dass "die künstlerische Leitung der Ballettakademie ab sofort bis zur Neuausrichtung alleinig der Direktion der Wiener Staatsoper obliegt" - der bisherige künstlerische Leiter der Ballettschule, Manuel Legris, bleibt weiterhin Direktor des Wiener Staatsballetts.

Interimistische Direktion

Manuel Legris, Staatsballett- Chef und künstlerischer Leiter der Akademie. - © apa/Neubauer
Manuel Legris, Staatsballett- Chef und künstlerischer Leiter der Akademie. - © apa/Neubauer

Bis zur Bestellung einer neuen Leitung der Ballettakademie durch die designierte Staatsopernführung mit September 2020 wird Simone Wohinz, die bisherige kaufmännische Leiterin des Wiener Staatsballetts interimistisch die geschäftsführende Direktion übernehmen.

Simona Noja-Nebyla, geschäftsführende Direktorin der Ballettakademie. - © apa/Stehkader
Simona Noja-Nebyla, geschäftsführende Direktorin der Ballettakademie. - © apa/Stehkader

"Die Verantwortungsträger bekennen sich zu ihrer uneingeschränkten Verantwortung zum Kindeswohl der anvertrauten Schülerinnen und Schüler und zur Bedeutung der klassischen Ballettausbildung in Kombination mit einer schulischen Ausbildung genauso wie zu einer zeitgemäßen, professionellen Ballettausbildung", heißt es in der Aussendung.

"Diese personellen Veränderungen sind eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft der Ballettakademie. Damit wird ein klarer Strich gezogen und ein Neustart für die Ballettakademie ermöglicht", zeigte sich nun Kulturminister Schallenberg angesichts der aktuellen Schritte überzeugt.(vf)