Der US-amerikanische Komponist Jerry Herman ist am 26. Dezember im Alter von 88 Jahren gestorben. Herman wurde mit Broadway-Hits wie "Hello, Dolly!" und "La Cage Aux Folles" ("Ein Käfig voller Narren") bekannt.

Herman, am 10. Juli 1931 in New York City als Sohn einer musikliebenden jüdischen Mittelstands-Familie geboren, erlernte Herman in jungen Jahren das Klavierspiel. Er zeigte bereits früh Interesse an Musicals. Mit 17 Jahren wurde er Frank Loesser vorgestellt, einem der bekanntesten Komponisten und Textautor des Genres. Loesser ermutigte ihn, einen Weg als Broadway-Komponist ins Auge zu fassen.

In der Broadway-Tradition

Herman studierte Architektur, schrieb sich aber auch an der Universität von Miami ein, die in den USA über einen der renommiertesten Fachbereiche für Theater verfügte. Das Universitätstheater, das, entsprechend seiner Form, zuerst "The Ring" hieß, wurde mittlerweile in Jerry Herman Ring Theater umbenannt.

Seine größten Erfolge feierte Herman in den 1960er und 1980er-Jahren mit Broadway-Shows wie "Hello, Dolly!", "Mame" und "La Cage Aux Folles" ("Ein Käfig voller Narren"). Angeblich war Herman der einzige Komponist und Dialogschreiber, von dem es drei Stücke zu jeweils mehr als 1500 Aufführungen am Broadway brachten.

2009 wurde Jerry Herman, der selbst ein hinreißender Interpret seiner Nummern war, mit dem Tony Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Hermans Musik steht in der Tradition der Broadway-Songs, in denen eine Phrase von besonderer textlicher oder musikalischer Prägnanz mehrfach wiederholt wird und damit die ganze Nummer zum Ohrwurm macht. Eine pikante Begleitung, die nicht an spezifische Instrumente gebunden ist, und steigernde Tonartenwechsel sichern Hermans Nummern den Erfolg. Er drückt sich unter anderem auch dadurch aus, dass nahezu alle Broadwaystars Songs von Herman im Repertoire hatten und haben. Sein Dauerbrenner ist "I am, what i am" aus "La Cage aux Folles". (eb/apa/dpa)