Manchmal lohnt es sich, nicht sofort die Flucht zu ergreifen. Dabei sind die ersten fünf Minuten von Homajon Sefats neuem Programm "Solo" zum Davonlaufen. Eine weibliche Radiostimme hebt aus dem Off zu einer Eloge auf den Kabarettisten an. Ist alles ironisch gemeint (hoffentlich) - trotzdem nicht wirklich lustig; hat es schon zu Hauf gegeben, dafür prägnanter und pointierter.

Doch Sefat ist wie der Motor eines Wagens, der erst warmlaufen muss, um auf Hochtouren zu kommen. Peu à peu wird es komischer und lustiger, wenn er von einem armen, aber unglücklichen Leben erzählt. Davon, dass es in einer Partnerschaft wichtiger ist, pünktlich zu sein, als immer zu früh zu kommen. Oder wenn er existenziellen Fragen nachgeht. Etwa, ob der Hausarzt getrost auf Antibiotika-Rezepte verzichten kann, wenn man sein Huhn beim Diskonter kauft. Reagiert das Publikum nicht wie erhofft auf seine Pointen, wartet Sefat schon einmal mit erfrischender Selbstironie auf. Er habe einmal ein enttäuschendes Date gehabt: "Du bist doch Kabarettist. Ich habe geglaubt, ich lache den ganzen Abend. Ihnen, liebes Publikum, geht es genauso."

Sefat oszilliert - wie er es selbst nennt - zwischen Wahnsinn und Schnitzelsuppe. Manches bei ihm ist so absurd, dass es schon wieder lustig ist, manches dermaßen absurd, dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt und vieles einfach und ehrlich lustig. Nach einem kurzen Anlauf hat seine Vorstellung Witz und sorgt unterm Strich für einen sehr unterhaltsamen Abend.