Thomas Köck, 33, gehört zu den bedeutendsten heimischen Gegenwartsdramatikern, im Vorjahr wurde er etwa mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet. Sein jüngstes Stück, "kudlich in amerika", wird am Samstag (11. Jänner) im Wiener Schauspielhaus uraufgeführt. Die Inszenierung verantwortet der Autor höchstpersönlich im Verbund mit Regisseurin Elsa-Sophie Jach. "kudlich in amerika" ist die Fortsetzung von "kudlich - eine anachronistische puppenschlacht", das 2016 am Schauspielhaus herauskam. Der Bauernbefreier und 1848er-Revolutionär Hans Kudlich irrlichtert durch beide Texte. Die "Wiener Zeitung" traf das Regieduo während der Endproben.

Autor Thomas Köck und Regisseurin Elsa-Sophie Jach. - © Lilly Busch
Autor Thomas Köck und Regisseurin Elsa-Sophie Jach. - © Lilly Busch

"Wiener Zeitung": Am Beginn Ihres Stücks "kudlich in amerika" listen Sie eine ganze Reihe an Filmen und Buchtiteln auf, etwa "Die Giganten" und "Carbon Democracy", warum ist Ihnen diese inhaltliche Verankerung wichtig?

Thomas Köck: Dabei geht es um Transparenz. Diese Musikstücke, Filme und Bücher sind für mich wie Komplizen, die mich während der Arbeit am Stück auf Ideen gebracht haben, deren Fährten ich gefolgt bin.

"kudlich in amerika" ist Ihre dritte Gemeinschaftsproduktion, zuletzt war am Schauspielhaus "die zukunft reicht uns nicht (klagt, kinder, klagt!)" zu sehen. Wie verläuft Ihre Zusammenarbeit?

Elsa-Sophie Jach: Üblicherweise sieht man am Theater den Autor nur einmal kurz vor der Premiere. Wir versuchen etwas ganz anderes, wir tauschen uns von der ersten Idee und während Thomas’ Schreibprozess immer wieder aus und führen zusammen Regie, wir gestalten eine gemeinsame Praxis.

Verändert das den Begriff der Autorenschaft?

Köck: Ich würde die Frage zurückspielen: Verändert sich nicht eher der Begriff von Regie? Bei uns geht es nicht darum, dass eine Person hierarchisch entscheidet, es ist vielmehr ein gemeinsames Entwickeln. Das macht es für mich aus. Was die Frage aufwirft: Braucht man am Theater überhaupt noch Regisseure?

Jach: Aus meiner Sicht: Ja. Für mich ist es kein Gegeneinander, vielmehr entsteht eine andere Form des Miteinanders, bei der im Grunde Autorenschaft und Regie neu gedacht werden.