Wenigstens der Goldfisch hätte es ihm nicht so schwer machen und melden können, dass in seinem Glas kein Wasser ist. Aber wenn man so wie Manuel Rubey in seinem Debüt als Solokabarettist bereits im Regen steht, dann ist die Traufe nicht mehr weit. Und so scheitert er, nachdem Frau und Kinder ausgezogen sind, an der Pflege des Goldfisches der einen Tochter. Was umso trauriger ist, weil der Papa so stolz auf seine Kinder ist, denen er wiederum peinlich ist.

Willkommen in Rubeys neuem Programm "Goldfisch", das ebenso gut "Die Leiden des nicht mehr ganz jungen M." heißen könnte, denn im Grunde genommen ist es ein einziges großes Klagelied, das er über sein patschertes Leben als Bobo-Vater singt, von der zerrütteten Familie bis zum tristen Dasein als Schauspieler und Musiker.

Sein Lamento ist umso ironischer, wenn man weiß, dass es so echt ist wie der Goldfisch im Glas. Denn in echt ist Rubey sehr erfolgreich und findet seinen Beruf wundervoll. Aber Kabarett lebt eben von satirischer Überhöhung, und so kann man zwei Stunden lang getrost mit ihm mitleiden und darüber lachen, wie der "vielseitig desinteressierte" verhinderte Privatier seinen Eltern vorwirft, dass sie ihm keine Millionen vererbt haben; stattdessen schläft er mangels Wohnung in den Garderoben seiner Spielorte.

Am Ende muss er selbst den Goldfisch machen. - © Ernesto Gelles
Am Ende muss er selbst den Goldfisch machen. - © Ernesto Gelles

Hinter all dem steckt natürlich durchaus ernste Gesellschaftskritik, verpackt in sanft vorgetragenen, aber tiefschwarzen Humor. Dass Rubey auch noch gut singen kann, rundet das Ganze ab.•