Vier Schauspieler auf nachtschwarzer Bühne, die einzige Lichtquelle im Schauspielhaus sind ihre rot und blau leuchtenden Cowboyhüte. Sie bilden einen vierstimmigen Chor, steigern sich furios in einen Wutmonolog, sudern über die Zustände der Gegenwart - "die welt ist am absteigenden ast" -, bis sie von einem Cowboy namens "nobody", Jesse Inman in einer Paraderolle, sinn- und grundlos erschossen werden.

Mit Mord und Totschlag fängt Thomas Köcks jüngstes Stück "kudlich in amerika" an und es hat noch einiges zu bieten. Der nächste Auftritt gehört der Schauspielerin Clara Liepsch, die als Bauernbefreier Hans Kudlich in Aktion tritt. Der österreichische 1848er-Revolutionär emigrierte um 1860 in die USA, sein Leben ist Ausgangspunkt des Stücks, das aber bald ganz woanders landet und schließlich in eine launige Paraphrase des US-Kultfilms "Die Giganten" abdriftet.

Autor Köck und Regisseurin Elsa-Sophie Jach haben die zweistündige kurzweilige Aufführung gemeinsam inszeniert, Bühnenbildner Stephan Weber hat eine kunstvoll-heruntergekommene Prärielandschaft entworfen, auf den Filmleinwänden lodern Buschbrände, Musiker Andreas Spechtl setzt passende Akzente. Das achtköpfige Ensemble jagt mit Verve durch Köcks aberwitzige Tour d’Horizon und holt viel aus der Vorlage heraus, allerdings franst das Unternehmen gegen Ende hin aus und verliert an Halt.