Ausgehend von den Drehbüchern von Peter Turrini, Rudi Palla und Dieter Berner zur ungebrochen brisanten "Arbeitersaga" beleuchten aktuell vier einstündige Inszenierungen am Werk X unterschiedliche Facetten der 30 Jahre alten ORF-TV-Serie.

Ines Schiller. - © Alexander Gotter
Ines Schiller. - © Alexander Gotter

Martina Gredler bleibt im dritten Teil, einer poppigen Only-Women-Revue, nahe am Original des Jahres 1988, "Müllomania". Die Mode dieses wilden Jahrzehnts schmerzt noch heute, die städtischen Recyclinganlagen sind noch immer der gepresste Fortsatz der in die Jahre gekommenen Sauberkeitsslogans. Am Ende funktionieren - utopische Hoffnung - die Phrasen dann aber doch nicht mehr, und die löchrig gewordene rote Wand des langen Hoffens auf Antworten aus dem Rathaus - "Bitte warten!", wiederholt der Terrorclown-Conférencier mehrmals - bricht zusammen. Auf ihr und den geschnitzelten Wiederverwertungsresten bereiten sich die Protagonisten des letzten Teils für die steile Talfahrt vor. "So schlecht waren wir noch nie", lässt Bernd Liepold-Mosser die Abfahrtsfahrer seiner bei allem Brachialhumor tieftraurigen Überschreibung der Nachkriegsösterreichsaga rasch feststellen. Eine kohärente Geschichte gibt es von da an ebenso wenig mehr wie Lösungen für Müll- oder Migrationssorgen. Die Figuren kippen aus ihren Skischuhen und ihren Rollen, rezitieren Hoffnungsformeln, versuchen sich in antifaschistischen Hymnen und verlieren sich in Monologen über Warenfetischismus, Konsumkapitalismus und Scheinbefriedigungen jeder Art.

"Was kommt als Nächstes?", heißt es gegen Ende der schrillen Abgesangstirade auf die Sozialdemokratie. Den idealistischen Vorschlägen zum Abschied folgte am Premierenabend tosender Applaus.