Bereits vor Amtsantritt der beiden Intendanten des Berliner Staatsballetts Johannes Öhman im August 2018 und Sasha Waltz im Sommer 2019 gab es heftigen Widerstand: Die Tänzer protestierten gegen die Ernennung von Waltz, sprachen ihr die Qualifikation ab, denn das Ensemble war zuvor im klassischen Ballettrepertoire verankert, Waltz ist jedoch dem zeitgenössischen Tanz zuzuordnen. Eine Internet-Kampagne "Rettet das Staatsballett" gegen Waltz wurde mit knapp 20.000 Unterschriften unterstützt. Waltz wollte "die Kluft zwischen klassischem Ballett und zeitgenössischem Tanz schließen".

Nun gaben die Intendanten am Mittwoch ihren Rücktritt bekannt, diese Entscheidung habe unter den Künstlern für Empörung gesorgt, hieß es in einer Erklärung des Ballett-Vorstands, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Mehr noch sind wir enttäuscht, dass wieder einmal wir Tänzerinnen und Tänzer die Leidtragenden dürftigen Kulturmanagements sind", hieß es in der Mitteilung des Ballett-Vorstands vom Mittwochabend.
Der ehemalige Tänzer Öhman und die Tanzregisseurin Waltz hatten erklärt, dass sie ihre gemeinsame Intendanz Ende 2020 aufgeben. Ursprünglich sollten die beiden bis zum Ende der Saison 2024/25 bleiben.

Pläne seien oberflächlich

Bei ihrem Antritt hätten die Intendanten einen Dreijahresplan angekündigt, um das Staatsballett wieder an die europäische Spitze zu bringen. Nun offenbare sich "die Oberflächlichkeit dieser Pläne", heißt es in der Erklärung. Das Vertrauen in die Fähigkeit des Berliner Senats, die Kompanie "wohl überlegt in die Hände einer ehrlich engagierten Ballettdirektion zu geben", sei erschüttert. Es stelle sich jetzt die Frage, wie das Ensemble mit einer künstlerischen Leitung weiter zusammenarbeiten solle, die ohnehin kurzfristig gehen wolle. (vf/apa/dpa)