Auch ein Bauchredner braucht einmal Ferien. Und so nimmt Sascha Grammel in seinem neuen Programm "Fast fertig" sein Publikum mit in den Urlaub, genauer gesagt auf "Grammel Island", die Insel des schrecklichen Piratenkapitäns Frederic Freiherr von Furchensumpf. Wer den leicht zernepften Vogel noch nicht kennt lernt ihn jetzt kennen. Und zwar so richtig, wenn er Sascha Grammel ordentlich rannimmt. Da fragt man sich fast, wer da jetzt wen in der Hand hat - allerdings nur, bis Sascha Grammel zu Frederic sagt: "Einer von uns beiden ist klüger als du." Aber die Retourkutsche kommt prompt: "Du bist 45 und spielst noch mit Puppen." Und: "Ich weiß nicht, ob es dir schon jemand gesagt hast, aber du redest die ganze Zeit mit dir selbst."

Allzu ernst nimmt der Mann sich und seine Figuren, die ein richtiges Eigenleben entwickeln, jedenfalls nicht, auch wenn er in seinen Dialogen schon auch sehr tiefsinnig wird. Zwischendurch ist es aber auch einfach urlustiger Klamauk, über den man völlig befreit lachen kann. Und der Herr Puppenspieler ist dabei so durch und durch sympathisch, dass man ihn und seine Tiere einfach lieben muss. Einmal ganz abgesehen davon, dass Sascha Grammel wirklich ein grandioser Bauchredner und Puppenspieler ist, bei dem es sogar authentisch wirkt, wenn der freche Vogel auf seiner rechten Hand ihn beschimpft, verarscht, mitleidig bis verständnislos anglotzt oder aber auch liebevoll anschnäbelt (und umgekehrt). So wie seine vielen anderen Geschöpfe, von der süßen Schildkröte Josie über den verbildeten Hamburger Prof. Dr. Peter Hacke bis zum ferngesteuerten Katzenfisch, der keiner mehr ist und jetzt als "großer Zampano" seinen Puppenspieler zu hypnotisieren versucht. Achja, und dann ist da noch das Riesenkänguru Achim Spironsik, das in dieser Show als neue Figur eingeführt wird und Sascha Grammel durch eine Nummer trägt.

Natürlich gibt es auch diesmal wieder einige Themen, die sich wie ein roter Faden durch das Programm ziehen, etwas Sascha Grammels Frisur oder seine angebliche Ähnlichkeit mit einem Lama. Es ist einfach herrlich, ihm dabei zuzusehen, wie er über sich selbst lacht, während er sich über sich selbst lustig macht. Und dabei auch noch so liebevoll mit der deutschen Sprache umgeht. Das Publikum hat zwei Stunden lang einfach nur Spaß. Allein, wie er Texthänger überspielt, indem er spontan mit sich selbst darüber ulkt, ist schon eine Show für sich - abgesehen von den einstudierten Gags. Und er kann noch etwas ganz anderes sehr gut. (Das wird an dieser Stelle aber nicht verraten, dafür muss man sich schon die Show bis zum Ende anschauen.) Fast fertig ist hier jedenfalls nur der Titel. Das Programm selbst ist jedenfalls voll funktionsfähig.