In einem gelben Overall sitzt sie am Boden, läßt ihren ganzen Körper erzittern. Ein weiterer Performer steht mit dem Gesicht zur Wand. Er tritt auf der Stelle, er steckt fest. "Stuck" - also feststecken oder blockiert sein - nennt die heimische Choreografin Doris Uhlich ihr jüngstes Stück, das am Freitag im Studio des Wiener Tanzquartiers Premiere hatte.

In ihren performativen Auseinandersetzungen mit dem nicht perfekten Körper widmet sich Uhlich nun dem älteren Tanzkörper und dem Am-Stand-Treten. Gemeinsam mit Gabriele Oßwald und Wolfgang Sautermeister erarbeitete sie eine minimalistische Performance in Bewegung und Inszenierung, die dennoch nicht ohne Inhalt ist: Die beiden Performer - sie sind Mitbegründer des Mannheimer Künstlerhauses Zeitraumexit - treten immer wieder in einen Diskurs mit geringen tänzerischen Mitteln. Meist wippen sie oder erzittern, einmal locker und sanft, dann wiederum kraftaufwendig und sichtbar ermüdend, wenn sie alle Muskeln anspannen. Sautermeister verpasst sich mithilfe einer über den Kopf gezogenen Strumpfhose, die er zuvor mit einem Nagel an der Wand befestigte, ein gruseliges Facelifting. Oßwald entblößt ihren Oberkörper, um ihm mit einem gelben Malerband ein Mieder zu verpassen. Und letztlich killen sie mit Haarföhns einen Schokohasen, der dahinschmelzend die Vergänglichkeit des Lebens verdeutlicht.

Es ist ein Stück der Metaphern in Mikrobewegungen, mit denen diese beiden einnehmenden Künstlerpersönlichkeiten 55 Minuten kurzweilig füllen können.