Zwei Bühnen der freien Wiener Theaterlandschaft präsentieren Auslastungszahlen der vergangenen Saison: Das Rabenhoftheater in Wien Erdberg freut sich über einen "absoluten Publikumshöchstand" mit 88.434 Besuchern im Jahr 2019, was einer Gesamtauslastung von rund 93 Prozent entspricht. Intendant Thomas Gratzer jubelt in einer Aussendung: "Her mit dem Champagner". Uraufführungen wie Kurt Palms "Monster" begeisterten Publikum und Kritik ebenso wie die musikalischen Hommagen "Jö schau. Von Scheibbs bis nach Nebraska - Georg Danzer träumt" mit dem Nestroy-prämierten Team Welter/Krutzler/McEvil/Peherstorfer.

Getrübter ist die Freude im Theater Arche in der Münzwardeingasse. Am 29. Jänner hat Intendant Jakub Kavin die Bühne im sechsten Bezirk mit dem Sportstück "Anstoss" eröffnet. Genau genommen ist die neue Bühne eine Wiedereröffnung des Theater Bretts, das Kavins Eltern, die 2018 verstorbene Nika Brettschneider und Ludvik Kavin 1984 gegründet haben. Das interdisziplinäre Ensemble des Theater Arche versammelt Künstler aus aller Welt. Inhaltlich geht es vor allem um Stückentwicklungen zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen. Mit "Anstoss", einer Textcollage über Auswirkungen und Auswüchse des Spitzensports, wurde der Theatermacher  immerhin für den Nestroy in der Kategorie Off Theater nominiert.

Nach einem Jahr ziehen die Arche-Geschäftsführer Kubin und Manami Okazaki Bilanz: 6143 Zuschauer habe eine von 114 Vorstellungen besucht, der Umsatz betrug knapp 130.000 Euro, der Gewinn lag bei 6000 Euro. Die Bühne hat im Vorjahr für den laufenden Betrieb keine Förderungen erhalten, möglich wurde die Theaterarbeit vor allem durch nicht bezahlte Arbeitsleistungen, hätte man die ehrenamtlich Tätigen bezahlen müssen, wäre das nach Fair-Pay-Kriterien ein Betrag von 444.000 Euro. Kubin dazu in einer Aussendung: "Dass sich die Umstände ändern müssen liegt auf der Hand." (pat)