Martin Gruber kreiert mit seinem seit 1989 bestehenden Aktionstheater Ensemble verlässlich jedes Jahr zwei neue Stücke. Diese entwickeln sich in so kleinen Schritten, dass sie unweigerlich eine gewisse Ähnlichkeit miteinander aufweisen.

Jeschke und Preuschl. - © Hauer
Jeschke und Preuschl. - © Hauer

Auch "Heile mich" bietet den gewohnten Mix aus Fragmenten privater Gespräche der Protagonistinnen, Live-Musik und entrückter Choreografie. Dennoch ist es immer wieder erstaunlich, wie aus einem oft nervtötend lauten Einstieg und einer scheinbar zerfallenden Dramaturgie binnen einer Stunde ein berührend unbequemes Ganzes entsteht, das eine gewisse Verfasstheit der Welt besser zum Ausdruck bringt als jeder politische Diskurs.

Diesmal ist das vor allem Isabella Jeschke, Susanne Brandt und Kirstin Schwab zu verdanken, aber nicht nur. Die drei auf unterschiedliche Art rastlosen Schauspielerinnen wuseln zwischen fünf Männern der Band Dun Field Three umher, die musizieren, mittanzen oder den Konflikt der Frauen peinlich berührt verfolgen.

Isabella ist manisch-liebestrunken und meint, das Heil - Thema des Abends - in einer neuen Beziehung gefunden zu haben. Susanne trägt die Tatsache, dass ihr Kater verhungerte, als Isabella ihn hätte füttern sollen, nur scheinbar mit Fassung und knackt einen Glückskeks nach dem anderen auf der Suche nach wegweisenden Worten. Kirstin will auch geliebt werden, so sehr, dass sie sich letztlich fürs Publikum auszieht. Ein Dauervideo klatschender Hände unterstreicht die Botschaft: Am Ende wollen wir alle einfach Applaus. Den erhält das Aktionstheater völlig zu Recht.