Die Pubertät ist eine Baustelle, auf der lauter undefinierbare Teile herumliegen. Diesen Vergleich stellt das Bühnenbild schon an, bevor die ersten Worte gesprochen sind. Eine andere Analogie greifen die Robin-Hood-artigen Kostüme auf: Wie das finstere Mittelalter sei die Pubertät, führt einer aus. Auch das leuchtet ein. Regisseurin Milena Michalek hat das Stück "Schwieriges Thema" zusammen mit ihrem Ensemble entwickelt, und es ist der lustigste neue Text der Saison.

Wenn sich Erwachsene, und seien sie noch so jung, der Pubertät widmen, kann das leicht peinlich werden. Michalek und ihr Team tappen in diese Falle nicht einmal annähernd. Ihre Sprechoper streift zwar Naheliegendes wie Akne, tiefsinnige Gespräche über die erste Liebe und nervige Eltern, die einen im eigenen Zimmer "micromanagen" wollen, widmet sich der Angelegenheit dann aber aus reiferer Perspektive. Während sich die Figuren - ähnlich Kafkas Gregor Samsa und manchem Teenager - in unförmige Insekten verwandeln, tragen sie den Generationenkonflikt in einer Art Seminarklausur aus. Dabei landen sie bei dem überraschenden Gedanken: "Wir müssen die Zielstrebigkeit ablegen." Vielleicht ist das pubertäre Dazwischen heutzutage also nicht Problem, sondern Lösung.

Die Assoziationsketten, die Lukas Gander, Claudia Kainberger, Anne Kulbatzki und Mehmet Sözer virtuos exakt, aber auch launig leicht durchjagen, erfordern flinkes Mitdenken. Anders gesagt: Man kennt sich nicht immer aus. Und auch das charakterisiert die Pubertät ziemlich gut.