"Einen Rudi Völler, es gibt nur einen Rudi Schöller, einen Rudi Schöller, es gibt nur einen Rudi Schöller" und das Premierenpublikum im Kabarett Niedermair stimmt mit ein. Kaum ist der Star auf der Bühne, gibt er zu, dass er etwas falsch verstanden hat und nimmt seine weiblichen und männlichen Groupies mit auf einen Kurztrip durch die Fangesänge diverser Nationen. Unaufdringlich animiert Schöller seine Gäste zur aktiven Beteiligung. Für Nicht-Fußball-Fans: Rudi Völler war ein erfolgreicher, bundesdeutscher Fußballspieler. Auf dem Flyer seines neuen Programms ist Schöller auf der Ersatzbank eines Fußballplatzes zu sehen und das, im Kontrast zum Programmtitel: "Es gibt nur einen Rudi Schöller", gleich zweimal. Derweil ist die Welt des Fußballs an diesem Abend eher peripher.

Wenn der Österreicher Rudi Schöller von seiner Oma, dem It-Girl des Alpenvorlandes erzählt, bringt er sein Publikum zum Lachen. Seine Oma, vor der sich ein Gourmetkoch in Acht nehmen sollte. Rudi Schöller macht die Schmähs keineswegs respektlos. Vielmehr verknüpft der Kabarettist die Welten miteinander. Das Pfarrblatt der Oma etwa, ist das heutige Facebook. Und in unserer Generation gibt es weit mehr als Facebook. Es wird immer mehr, man will immer mehr und vor allem werden die To-Do-Listen länger, immer länger. Wenn Roboter in unser Leben Einzug halten und Stadt-Kinder zunehmend an einem Natur-Defizit-Syndrom leiden, ist es Zeit eine Halbzeitbilanz zu ziehen. Und Rudi Schöller findet einen Ausweg, so dass man zumindest am Ende noch einmal in Skischuhen über den Strand spazieren kann.

Es macht Spaß, dem Kabarettisten Rudi Schöller mit seiner fröhlichen Stimme, zuzuhören. Er bringt das Publikum immer wieder zum Lachen. Gewürzt mit Gesellschaftskritik und Witz, präsentiert er unter der Regie von Petra Dobetsberger ein unterhaltsames Programm.