Im Renaissancetheater steht Ulrich Hubs Erfolgsstück "An der Arche um Acht" für Kinder ab sechs Jahren auf dem Spielplan. Das Auftragswerk, 2006 uraufgeführt, ist ziemlich unkonventionell: Es ist im Grunde eine Neuauflage der biblischen Arche-Noah-Geschichte, in etlichen Dialogen geht es kindgerecht und gleichwohl tiefsinnig um die Frage nach der Existenz Gottes.

Für das Theater der Jugend ist das preisgekrönte Stück indes eine untypische Wahl: Es kommt mit wenigen Protagonisten aus - im Zentrum stehen drei Pinguine, Frank Engelhardt, Alessa Kordeck und Stefan Rosenthal verkörpern die Tiere mit Verve und Elan; schwarzer Frack, gelber Schal und wilde Föhnfrisur genügen als Kostüm (Ausstattung: Ulf Jakobsen). Zum Markenzeichen des Theaters der Jugend gehören sonst wesentlich größere Ensembles, womit die Bühne im Kinder- und Jugendtheaterbereich auch eine Sonderstellung einnimmt. Der türkisch-deutsche Regisseur Yüksel Yolcu, der viel am Berliner Grips-Theater gearbeitet hat, legt einen für Theater-der-Jugend-Maßstäbe ungewohnten Inszenierungsstil an den Tag: Yolcu lotet die Szenen stets nach dem größtmöglichen Komik- und Slapstickpotenzial aus. Wie die drei Pinguin-Darsteller etwa die Eisberg-Rutsche rauf- und runterkullern, ist ein Riesenspaß. Überhaupt lebt die Aufführung vom hellwachen Zusammenspiel der drei Akteure im Verbund mit Musik, Tanz und Gesang.

"An der Arche um acht" ist ein durchaus geglückter Versuch, das gewohnte Erscheinungsbild des Theaters der Jugend einmal zu durchbrechen.