"ani_male", zurzeit im Studio brut zu sehen, ist nach "I don’t remember this body" und "Bodies and accidents" bereits die dritte Zusammenarbeit des Choreografen und Tänzers Georg Blaschke mit dem Medienkünstler und Performer Jan Machacek. "movement research" nennt Blaschke seine Arbeitsweise, die sich auf stets beeindruckende Weise mit den Texturen des menschlichen Körpers und dessen Deformationen auseinandersetzt. Als "Blickregime" bezeichnet Machacek seine Begleitung der Untersuchungen des Bühnenpartners.

Das Animalische ist das Thema von Georg Blaschke und Jan Machacek. - © Lisa Kovacic
Das Animalische ist das Thema von Georg Blaschke und Jan Machacek. - © Lisa Kovacic

Die Erforschung von Haut, Fell, Poren, von Verletzlichkeit und Gewalt steht im Zentrum der knapp einstündigen neuen gemeinsamen Performance. Es sind erratisch wirkende Gesten und Bewegungen, mit denen sich Blaschke langsam aus dem Kamerabild löst und zwischen Nacktheit und "animalischer" Bekleidung seinen Weg durch diese archaische Landschaft bahnt. Der voyeuristische Blick der Kamera wird bis zuletzt der dominante Beobachter Blaschkes bleiben, etwa in einer der eindringlichsten Sequenzen, in der der Tänzer noch im Tierkörper steckt, während das auf das "wilde Wesen" projizierte Videobild bereits von Entkleidung, Nacktheit und Vergänglichkeit erzählt. Schonungslos schön.