Der zweite Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt verteidigt weiterhin sein Veto gegen die Opernveranstaltung "FreudeNow". Die grüne Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger lehnt  den Event ab, da er, wie sie in einer Aussendung mitteilt, "nicht mit dem Landschaftsschutzgebiet Prater vereinbar ist."

Das Festival "FreudeNow" hätte heuer im Juli und August zum ersten Mal ausgetragen werden sollen. Es war geplant, an mehr als 20 Spieltagen auf dem Areal der Galopprennbahn Opernvorstellungen wie Richard Wagners "Der fliegende Holländer" und Wolfgang Amadeus Mozarts "Die Zauberflöte" als Eigenproduktionen zu zeigen. Auch Operette mit Herbert Lippert und Ildiko Raimondi, eine Zirkusshow und Filmmusik mit Live-Orchester standen am Programm. Die Finanzierung wäre durch einen privaten Investor erfolgt. Am 25. Februar gaben die Veranstalter bekannt, den Großevent auf 2021 verschieben zu müssen. Grund dafür sei, dass es keine Genehmigung gegeben habe.

Der Bezirk verteidigt in der Aussendung von heute, am Mittwoch, dieses Vorgehen gegen den Kulturevent. Bis Mitte Jänner habe es keine Kontaktaufnahme zum Bezirk gegeben. "Nachdem ich aus den Medien von den weit fortgeschrittenen Planungen des Events erfuhr, lud ich den Veranstalter zu mir ein, um mehr Informationen zu erhalten. Bei einer früheren Kontaktaufnahme hätte ich den Veranstalter darauf hinweisen können, dass das Landschaftsschutzgebiet Prater für ein solches Event ungeeignet ist", stellte Lichtenegger klar. Und weiter: "Ich stelle mich entschieden gegen den Ausverkauf des öffentlichen Raums, besonders im Prater, in dem die Menschen Ruhe und Erholung suchen und wo Wildtiere leben."

Zu späte Einreichung

Die Veranstaltung sei laut Auskunft der zuständigen Behörden Anfang Februar noch nicht eingereicht gewesen, heißt es in der Mitteilung weiter. "Events in dieser Größenordnung müssen in einem umfangreichen Verfahren von Sachverständigen geprüft und behördlich bewilligt werden, wobei auch die Auswirkungen auf die Nachbarschaft und die Umwelt berücksichtigt werden." Auch das erforderliche Verkehrskonzept sei nicht eingereicht worden. Immerhin hätte im Fall einer Austragung 900 Autos durch das Landschaftsschutzgebiet fahren und in der Wiese parken müssen, kritisierte die Bezirkschefin. Zusätzlich wies sie auf die schlechte Verbindung mit Öffentlichen Verkehrsmitteln hin.

"Ich finde es ein bisschen böse vom Veranstalter, wenn er mir die Schuld in die Schuhe schiebt", beklagt sie sich im Gespräch mit der APA, denn: "Das Festival würde zwei Monate Lärm im Landschaftsschutzgebiet Prater bedeuten, wo Rehe und andere Wildtiere leben. Darüber hinaus fällt es mit der Brutzeit der Vögel zusammen, während der besonders auf Schutz vor Lärm geachtet werden muss."

Schönbrunn geeigneter

Ob es für 2021 seitens des Bezirks den Sanktus für das Spektakel gibt oder wieder eine Absage, wollte Lichtenegger heute nicht sagen. Ihrer Meinung nach gebe es Orte in Wien, wie beispielsweise Schönbrunn, wo eine solche Veranstaltung besser aufgehoben wäre, stellte sie allerdings auf Nachfrage klar. Überdies müsste ihrer Meinung nach der Gemeinderat das Landschaftsschutzgebiet wieder aufheben, sollte es tatsächlich den Willen geben, dass das Festival in der Freudenau stattfinden soll: "Es ist sonst dort kein zweimonatiges Festival möglich." (apa)