Die Deutsche Oper Berlin hat geplante Auftritte des Starsängers Plácido Domingo abgesagt. Nach Domingos persönlicher Entschuldigung wegen sexueller Übergriffe habe das Haus sich zur Absage entschieden, sagte Intendant Dietmar Schwarz am Dienstag in Berlin. Die Deutsche Oper habe bisher an der Vermutung von Domingos Unschuld festgehalten.

Da aber der Sänger selbst die Übergriffe eingestanden habe, sei sein Auftritt gegenüber den Frauen nicht mehr vertretbar. "Es tut uns sehr leid, dass es am Ende so ist", sagte Schwarz bei der Vorstellung des Programms für die Saison 2020/2021. Domingo sollte im kommenden Jahr in einer Wiederaufnahme von Giuseppe Verdis Oper "Don Carlo" auftreten. Mehrere Opernhäuser hatten bereits wegen der Vorwürfe Domingo aus dem Programm genommen.

Domingo gesundheitlich angeschlagen

Indes hat Domingo seine für März und April geplanten Auftritte im Rahmen der "Italienischen Opernwochen" an der Hamburger Staatsoper wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt. "Die Absage erfolgt aufgrund von medizinischen Empfehlungen bezüglich Alter und Komorbidität, was ein hohes Risiko im Falle einer Infektion mit Covid-19 bedeutet", teilte die Staatsoper mit. Der 79 Jahre alte Domingo gilt demnach als gesundheitlich angeschlagen. Er hätte in der Oper "Simon Boccanegra" am 22. und 26. März sowie am 2. April auftreten sollen.