"Ich wollte etwas von Bedeutung schreiben, etwas das zählt, ich wollte zählen", sagte Terrence McNally, einmal in einem Interview, "ich bin so unbeachtet aufgewachsen."

Dieser Wunsch hat sich im exzentrischen und arbeitsreichen Leben des US-Dramatikers erfüllt. Über sechs Dekaden hinweg verfasste er zahlreiche Stücke ("The Ritz"), Musicals ("Kiss of the Spider Woman") und Drehbücher ("Andre’s Mother"). Seine Bühnentexte wurden weltweit gespielt, für sein Lebenswerk wurde er gleich mehrfach ausgezeichnet. Hierzulande ist sein mit dem Tony-Award prämierter Monolog "Masterclass" (1995) besonders bekannt, die feinsinnige Maria-Callas-Studie war mit Andrea Eckert in der Hauptrolle ein langjähriger Bühnenhit.

Sein Debüt feierte der Dramatiker 1965 mit "And Things That Go Bump in the Night" im New Yorker Off-Broadway. In den Anfangsjahren waren seine Stücke eng mit der rebellierenden Jugendbewegung verknüpft, er schrieb etwa gegen den Vietnam-Krieg an. Liiert war der Jungautor damals mit dem bedeutend älteren Edward Albee, später verband er sich mit dem Broadway-Produzenten Tom Kirdahy. Als in den 1980er-Jahren Aids aufkam, scheute er sich nicht, das Thema auf der Bühne anzusprechen, etwa in "Lips Together, Teeth Apart". Überhaupt tat McNallys Ruhm als Autor einiges dazu, um Geschichten aus dem Leben Homosexueller in der Mainstream-Kultur zu verankern. Eines seiner größten Erfolge in dieser Hinsicht war wohl "Love! Valour! Compassion!", das 1994 zunächst Off-Broadway herauskam, dann am Broadway reüssierte und schließlich verfilmt wurde.

McNally sah die wichtigste Aufgabe des Theaters darin, eine Brücke zu bauen, um Menschen zu verbinden, die durch Religion, Rasse, Geschlecht oder sexuelle Orientierung voneinander getrennt sind.

Am Dienstag, 24. März, starb der Dramatiker im Alter von 81 Jahren an den Folgen des Coronavirus. McNally kämpfte gegen Lungenkrebs und litt an einer chronischen Lungenkrankheit.