"Es kommt nicht unerwartet und schafft die traurige Gewissheit, dass diese Saison zu Ende ist." So reagierte der Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, Christian Kircher, gegenüber der APA auf die Bekanntgabe am Montag, dass Veranstaltungen in Österreich bis Ende Juni untersagt bleiben. "Für uns ist es nun extrem wichtig zu klären, in welcher Form wir im Juni proben können."

Um ein Hochfahren des Theater- und Opernbetriebs im Herbst zu ermöglichen, würden Proben im Juni benötigt, "selbstverständlich unter Einhaltung aller nötigen Sicherheitsauflagen". In den einzelnen Bühnengesellschaften wird überdacht, welche der nun entfallenden Produktionen in der kommenden Spielzeit nachgeholt werden können. Diese Prüfungen seien im Gange und richten sich im Einzelfall auch nach der Verfügbarkeit der jeweiligen Künstler. Insgesamt rechne Kircher aber mit keinen großen Verzögerungen bei der Bekanntgabe der Saisonvorhaben für 2020/21.

Verlust von 20 Millionen Euro

Der Verlust an Karteneinnahmen vom Beginn des Shutdown am 10. März bis Ende Juni betrage etwas mehr als 20 Millionen Euro, dazu käme der Entfall von Einnahmen durch Vermietungen, wohingegen sich die Lohnkosten durch die angemeldete Kurzarbeit reduzieren würden. "Es gibt mit unserem Eigentümer (der Republik Österreich, Anmerkung) aber ein ausgesprochen gutes Einvernehmen." Wann die Bundestheater einen finanziellen Schlussstrich unter die Coronakrise ziehen könnten und welche Nettosumme dann darunter stehen werde, lasse sich aus heutiger Sicht nicht sagen, erklärte Kircher. (apa)