Ab 1. Juni Ein vorsichtiges schrittweises Hochfahren der Kultur verkündeten Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler und Kunststaatssekretärin Ulrike Lunacek in ihrer gemeinsamen Presskonferenz am Freitag: Im Abstand von zwei bis drei Wochen werden die Neuinfektionen evaluiert. Bleibt die Kurve so flach, wie sie derzeit ist, werden weitere Lockerungen angedacht. Sollte es zu einem Anstieg der Infektionen kommen, müssen die Lockerungen wieder zurückgenommen werden.

Vorläufige Stichdaten für weitere Schritte sind 1. Juni, 30. Juni und 31. August.

Mitte Mai dürfen nach derzeitigem Stand die Museen öffnen. Von 1. Juli bis 31. August werden allerdings weiterhin große Veranstaltungen nicht möglich sein, da sich dort viele Menschen auf engem Raum befinden. Stadtfeste oder auch das Donauinselfest werden nicht möglich sein.

Der Abstand bestimmt alles

Es gilt die Grundregel: Logik - Hausverstand - Eigenverantwortung. Als weitere Sicherheitsregel gilt: Es muss ein Mindestabstand von 20 Quadratmeter um jede Person gesichert sein, sowohl indoor als auch outdoor. Die Veranstalter müssen eine Mindestkontrolle ausüben. Wie Ein- und Auslass stattfinden, wird noch überlegt.


Veranstaltungen mit einem großen stehenden Publikum erteilten Kogler und Lunacek eine Absage: Bei den unwillkürlichen Bewegungen käme es zwangsläufig zu einer Unterschreitung des Sicherheitsabstands.

Bezüglich der Salzburger Festspiele ist man mit Stadt und Festspielleitung in konstruktiven Gesprächen. Eventuell müssen die Jubiläums-Feiern auf nächstes Jahr verschoben werden. Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler hofft, die Festspiele durchführen zu können. Sie will am 30. Mai bekanntgeben, ob und wenn ja, wie das möglich sein wird.

Ausfälle werden ersetzt

Die durch die Corona-Krise im Kunstbereich entstehenden Ausfälle werden ersetzt. Noch im April sollen die Eckdaten feststehen. Das soll vor allem die Sicherheit gewährleisten, dass für Ausgleichszahlungen gesorgt ist. An eigenen Fonds in der Höhe von mehreren Millionen Euro wird gearbeitet. Auch an einer Lösung für Non-Profit-Organisationen wird gearbeitet.

Es gibt dabei durchaus auch Lichtblicke für ein Wiedererwachen des Kulturlebens: Mitte Mai öffnen Museen, Bibliotheken und Büchereien, nicht aber Lesesäle. Mitte Mai wird über die Freiluftkinos entschieden.

Was Theater betrifft: Die 20-Quadratmeter-pro-Person-Regel muss eingehalten werden. Ebenso muss Sicherheit bei Einlass, Kassa und Toiletten gewährleistet sein.

Ulrike Lunacek wies darauf hin, dass die Regeln auch für das Geschehen auf der Bühne gelten, und es muss ein tauglicher Abstand zu den Sitzreihen eingehalten werden. Massenszenen werden nicht möglich sein. Was in Sachen Chor und Orchester ab Juni möglich sein wird, wird im Moment geprüft. Lunacek kann sich beispielsweise kleine Streicherbesetzungen, etwa Streichquartette, eher vorstellen als große Orchester oder Bläsergruppierungen.

Ein Werkstätten- und Atelierbetrieb ist schon jetzt möglich, aber nur unter Einhaltung der Schutzbestimmungen. Die gelten auch für diverse Galerien, die jetzt wieder geöffnet haben.

Einzelproben im Profibereich

Proben im Profibereich können ab 18. Mai stattfinden, und zwar als Einzelproben unter Beachtung der Abstandsregel und mit möglichst wenig beteiligten Personen. Musiktheater-Proben können nur im professionellen Bereich ab 1. Juni unter Beachtungv der Schutzbestimmungen stattfinden.

Ein Sonderfall sind Filmproduktionen. Hier wird noch überlegt, wie vorzugehen ist. Dass massive finanzielle Einbußen im dreistelligen Millionenbereich auszugleichen sein werden, ist Kogler und Lunacek bewusst.

Der Amateurbereich, etwa Chöre und Blasmusikkapellen, kann bis auf weiteres nicht stattfinden. Was an Musikschulen und -unis möglich sein wird, wird überlegt. Unklar sind Freizeitbereiche, etwa wann die Zoos wieder öffnen.

Fazit von Ulrike Lunacek: "Ideal wird es noch einige Zeit nicht sein." - Aber ein kleines Licht der Hoffnung flackert auf. (red)