Sollte ihm das Schicksal keinen Corona-Strich durch die Rechnung machen, startet die Ära von Bogdan Roščić üppig. Zehn Produktionen – etliche aus dem Ausland und neu einstudiert – sind als Premieren angesetzt, die erste soll die Saison am 7. September eröffnen: Puccinis "Madama Butterfly" ist unter Musikdirektor Philippe Jordan in einer Regie von Anthony Minghella angesetzt, Asmik Grigorian für die Titelrolle gebucht. Die Produktion war unter anderem bereits an der Metropolitan Opera zu sehen. Für 12. Oktober ist "Die Entführung aus dem Serail" geplant, unter der Stabsführung von Antonello Manacorda und mit Sängern wie Daniel Behle; der Abend beruht auf einer Hans-Neuenfels-Inszenierung für Stuttgart. Für 25. Oktober ist "Eugen Onegin" angesetzt: Tomáš Hanus soll das Orchester leiten, für die Titelrolle ist Andrè Schuen engagiert; die Regie stammt von Dmitri Tcherniakov aus dem Moskauer Bolschoi Theater. Keine Übernahme ist dagegen "Das verratene Meer": Das Musikdrama von Hans Werner Henze soll am 13. Dezember an der Staatsoper debütieren, die Orchesterleitung obliegt Simone Young, die Regie stammt von Jossi Wieler und dem neuen Chefdramaturgen Sergio Morabito. Die "Carmen" zeigt sich in einer international erprobten Regie von Calixto Bieito; diese soll ab 6. Februar 2021 unter dem Taktschlag von Andrés Orozco-Estrada mit Sängerkalibern wie Anita Rachvelishvili und Erwin Schrott über die Bühne gehen. Für 4. März ist "La Traviata" geplant, eine Koproduktion mit Paris. Giacomo Sagripanti ist mit der musikalischen Leitung betraut, Pretty Yende mit der Titelrolle. Die Inszenierung stammt von Simon Stone, der in Salzburg mit einer filmischen "Médée" Aufsehen erregte.

Am 1. April soll "Parsifal" in einer Prachtbesetzung Einzug halten: Elina Garanča, Georg Zeppenfeld und Jonas Kaufmann sind für die Premiere unter der Stabsführung von Jordan engagiert worden, Kirill Serebrennikov erarbeitet die Inszenierung. Gounods "Faust" dagegen verdankt sich einer Kooperation mit Stuttgart: Juan Diego Flórez soll ab 23. April die Titelfigur in der Regie von Frank Castorf verkörpern, Bertrand de Billy dirigieren. Für 22. Mai ist die Premiere von "L’incoronazione di Poppea" vorgesehen – in einer tänzerischen Regie von Jan Lauwers, die bereits in Salzburg lief. Die Abschlusspremiere am 10. Juni unter Jordan gilt Verdis "Macbeth" mit Anna Netrebko, die Regie von Barrie Kosky ist bereits in Zürich gespielt worden.

Der neue Ballettdirektor Martin Schläpfer will mit seinen Abenden an der Volks- und Staatsoper einen Weg einschlagen, der die Tradition ebenso berücksichtigt wie in die Zukunft weist. Die Eröffnungspremiere "Hollands Meister" (20. September) bündelt Choreografien von Hans van Manen, Jiři Kylian sowie Sol Leon und Paul Lightfoot. "Mahler, live" wiederum präsentiert ab 24. November Tanzarbeiten von Schläpfer und van Manen, am 30. Jänner 2021 folgt eine vertanzte Fassung von Brahms‘ "Deutschem Requiem" unter der Ägide des Ballettchefs. "Promethean Fire" führt ab 15. Mai vier Choreografien von Schläpfer, Paul Taylor und Mark Morris zusammen. "A Suite Of Dances" wiederum beschert Arbeiten von George Balanchine und Jerome Robbins (ab 23. Mai), "Tänze Bilder Sinfonien" präsentieren zum Ausklang (26. Juni) ein weiteres Beispiel aus Balanchines Oeuvre zusammen mit Choreografien von Schläpfer und Alexei Ratmansky.