Falls bis Herbst wieder eine Art Opernnormalität eingezogen ist, eröffnet das Theater an der Wien die Saison mit einer Rarität: Ruggero Leoncavallos "Zazà" soll in der Regie von Christof Loy zu sehen sein (16. September); in der Folge ist George Gershwins "Porgy and Bess" (14. Oktober) in einer Inszenierung von Matthew Wild mit Dirigent Wayne Marshall angesetzt. Alfred Dorfer wagt sich danach mit Mozarts "Nozze di Figaro" (12. November) an sein Opernregiedebüt, unterstützt von Stefan Gottfried am Dirigentenpult des Concentus Musicus und mit Florian Boesch. Der Bariton, der den Grafen singt, soll als Artist in Residence überhaupt stark präsent sein. Im Folgemonat (14. Dezember) ist die Rückkehr von Robert Carsens überragender Regie von Rameaus "Platée" geplant.

Das neue Jahr soll mit "Thais", einer Rarität von Jules Massenet, in der Regie Peter Konwitschnys beginnen (19. Jänner), gefolgt von Donizettis "Belisario" (16. Februar) und Prokofjews "Feurigem Engel" (17. März) in einer Inszenierung von Andrea Breth. Für den 16. April ist Händels Oratorium "Saul" angesetzt - eine Regiearbeit von Claus Guth, die ebenfalls schon am Haus zu sehen war und von Sängern wie Anna Prohaska und Boesch getragen wird. Den Abschluss bildet eine vertanzte Fassung von Beethovens Neunter Symphonie mit John Neumeiers Hamburg-Ballett (5. Mai).

Wagner-Experiment mit Groissböck

Die Dependance in der Wiener Kammeroper will vier Premieren auffahren: Vivaldis "Bajazet", Cavallis "Giasone", Rossinis "Barbiere di Siviglia" und zuletzt das sogenannte "Tristan Experiment" - eine verkürzte Neufassung der Wagner-Oper und mit dem Opernregie-Debüt des beliebten Bass Günther Groissböck.

Intendant Roland Geyer stellt das Programm am Dienstag, 5. Mai, um 10 Uhr auf der Website www.theater-wien.at vor; zeitversetzt übertragen die Sender R9 - Regionales Fernsehen Österreich (11 Uhr) und W24 (11.15 Uhr) die Präsentation.