Am 16. Mai starten die coronabedingt eigentlich abgesagten Wiener Festwochen mit einer ins Netz gestellten Eröffnungsrede des Regisseurs Milo Rau und der indigenen Aktivistin und Schauspielerin Kay Sara unter dem Titel "Against Integration". Was in den kommenden Wochen folgen soll, ist allerdings kein vollwertiges Onlinefestival, wie am Donnerstag in einer Aussendung klargemacht wurde.

"Das einmalige Zusammenspiel zwischen einem künstlerischen Programm, einer bestimmten Zeit und einem bestimmten Ort kann nicht ersetzt oder neu erfunden werden. Nichts kann diesen Ausfall kompensieren", so Intendant Christophe Slagmuylder. Deshalb belässt man es bei "kleinen Gesten", wie es die Festwochen-Macher nennen.

Ab dem 15. Mai will man bis 20. Juni via Internet und Social Media täglich die ursprünglich für die Festwochen 2020 vorgesehenen Stücke chronologisch "virtuell andeuten", wie es heißt. Diese "Gesten" aus bewegten Bilder, musikalischen Fragmenten oder kurzen Texte sollen gleichsam ein Archiv des nie stattgefundenen Festivals bilden.

Ganz auf den realen Raum verzichtet man indes nicht. Ab 2. Juni wird Ho Tzu Nyens No Man II die Kärntnertorpassage beleben, während Kurator Miguel A. Lopez seinen Prolog zur Ausstellung "And if I devoted my life to one of its feathers?" in Form einer Plakataktion in den öffentlichen Raum bringt. Und nicht zuletzt möchte man am Plan festhalten, im späteren Verlauf des Jahres ein kleines Festwochen-Programm aus für heuer geplanten Stücken zu realisieren, sollten die Schutzregelungen dies erlauben. (apa)