"Jedes Jahr ist der Jedermann tot" ätzten einst Helmut Qualtinger und Gerhard Bronner in einem Song. Das gilt auch für das Corona-Jahr 2020:  Die Salzburger Festspiele werden heuer im August in einer deutlich abgespeckten Form stattfinden. Das sagte Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) am Freitag bei der Pressekonferenz nach der Landeshauptleutekonferenz in Linz. Aber: Sicher ist, dass es im 100. Jahr der Festspiele "Jedermann"-Aufführungen geben wird.

"Der 'Jedermann' gehört zu Salzburg", so Haslauer, der noch keine Details zum verkleinerten und offenbar später startenden Programm nannte. Jetzt müsse noch alles durchkalkuliert werden, hieß es. Sicher ist allerdings: Das heuer geplante große Programm zum 100-Jahr-Jubiläum wird heuer nicht stattfinden, sondern auf 2021 verschoben.

Die Salzburger Festspiele reagieren damit auf den Stufenplan zur Kulturöffnung, den Vizekanzler und Kultulturminister Werner Kogler gemeinsam mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober am 15. Mai vorstellten. Durch die für Publikumsräume wie Orchestergräben vorgeschriebenen Sicherheits-Mindestabstände von mindestens einem Meter lassen sich viele der projektierten Aufführungen der Festspiele nicht realisieren oder würden vor einem Minimal-Publikum stattfinden.

Reaktion des Kuratoriums

Das Direktorium der Salzburger Festspiele, Präsidentin Helga Rabl-Stadler, Intendant Markus Hinterhäuser und Kaufmännischer Direktor Lukas Crepaz, teilt dazu in einer Aussendung mit: "Die Festspiele freuen sich, dass dadurch nach langen Wochen ohne Live-Erlebnisse Künstlerinnen und Künstler das Publikum wieder zu gemeinsamen Kunsterlebnissen einladen können.

Was allerdings wirklich möglich sein wird, kann erst nach Vorliegen der Verordnung ausgelotet werden. Denn das Sprichwort ,Der Teufel steckt im Detail' trifft auf die jetzige Situation besonders zu. Es muss insbesondere geklärt werden, unter welchen Bedingungen szenische Proben und Auftritte von Orchestern und Chören ermöglicht werden."

Programm und Procedere im Juni

"Sicher ist aber", heißt es weiter in der Aussendung, "dass es aufgrund der neuen Gesundheitsvorschriften die Festspiele nicht in dem programmatischen und zeitlichen Umfang, wie vor Ausbruch der Pandemie vorgesehen, geben kann. Die Festspiele werden daher am 25. Mai 2020 dem Kuratorium eine Alternative für dieses extrem fordernde Jahr vorlegen. Modifizierte Festspiele scheinen möglich.

Das neu zusammengestellte Programm für den Sommer soll im Juni veröffentlicht werden. Details zum weiteren Prozedere der bereits erworbenen Karten werden in Kürze an alle Kunden kommuniziert, sowie auf unserer Website bekanntgegeben."