1,5 Meter Abstand beim Singen und wirkungsvolles Lüften der Proberäume: Das sind laut einer Aussendung vom Dienstag die "Empfehlungen für ein verantwortungsvolles Singen" des Chorverbands Österreich (ChVÖ) in Zeiten der Corona-Pandemie. Grundlage dafür ist eine vom ChVÖ in Auftrag gegebene Untersuchung von Wissenschaftern der Medizin Uni Wien zur Ausbreitung von Atemluft-Wolken beim Singen.

Für das Experiment wurde untersucht, wie sich die Ausatmungsluft beim Singen ohne Maske, mit Nasen-Mundschutz und mit Gesichtsvisier im Raum verteilt. Dafür wurde die Atemluft der Sänger mit künstlichem Nebel versetzt und die so entstandenen Wolken auch fotografiert. Das Ergebnis der Studie mit semiprofessionellen- und Amateursängern: Eine Ausdehnung der Ausatemluft von mehr als rund einem Meter sei nicht zu erwarten. "Tiefes Ein- und Ausatmen sollte vermieden und das Tragen einer Mund-Nasen-Maske bei Ausübung der Profession überlegt werden", so die Empfehlung von Untersuchungsleiter Fritz Sterz, ein Spezialist für die Gesundheit von Künstlern.

Konkret entstand beim ruhigen Ein- und Ausatmen der Testpersonen eine Nebelwolke von maximal 0,5 Metern, bei heftigem Ausatmen - vor allem durch den Bass - eine Wolke bis zu 1,5 Metern. Beim Singen blieb diese Ausdehnung laut der Untersuchung unverändert - vor allem nach vorne hin - bei maximal 0,9 Metern, "bei gewissen Sing-Techniken aber mit vermehrter Wirbelbildung". Durch Mund-Nasen-Schutz konnte die Ausdehnung "signifikant eingeschränkt" werden, Visiere zeigten weniger Effekt. Chöre durften am vergangenen Freitag nach elf Wochen Pause aufgrund der Corona-Pandemie wieder ihre Proben- und Konzerttätigkeit aufnehmen. (apa)