Der aus Österreich stammende Münchener Opernintendant Nikolaus Bachler schätzt die coronabedingte Verlangsamung des Alltags. "Wir haben gelernt, dass man die Welt langsamer erfahren kann, weil man gezwungen war, aus diesem unglaublichen Hamsterrad auszusteigen", sagte der 69-Jährige der dpa. Das gelte auch für den Kulturbetrieb.

"Dieser internationale Jetset-Künstler-Zirkus - muss das immer so weitergehen, gibt es nicht vielleicht andere Wege?", so Bachler, der glaubt, dass sich durch die Coronapandemie auch viel verändert habe: "Es wird nicht mehr, wie es war. Mit jedem Einzelnen ist in der Zeit etwas passiert."

Dass die Theater nun wieder öffnen, hält Bachler für sehr wichtig. Das Streamen von Aufführungen im Internet sei kein ausreichender Ersatz. "Die Kraft der Kunst ist das Analoge und nicht das Digitale", sagte Bachler. "Die Sehnsucht nach dem Direkten und der direkten Berührung wird immer größer, je digitaler die Welt wird." (apa)