Matthias Naske, Chef des Wiener Konzerthauses, schlägt in einem Kommentar im "Standard" (Donnerstag-Ausgabe) Alarm. Angesichts der nach wie vor bestehenden eingeschränkten Nutzungskapazitäten und des Wegfalls der Deckungsbeiträge aus der Saalvermietung in der Coronakrise sehe man sich mit einem Budgetloch von 6,1 Millionen Euro konfrontiert. Gefragt seien substanzielle Hilfen vonseiten der Politik.

"Langsam geht uns im Wiener Konzerthaus die Luft aus", so Naske. Bisher stammten nur elf Prozent der Einnahmen aus öffentlichen Zuwendungen. Weiterhin den Betrieb aus eigener Kraft zu sichern, sei nun aber eine beinahe unmögliche Herausforderung. Ungeachtet aller bisheriger Hilfszusagen und Fonds stünde die eigentliche Krise der Kulturwirtschaft erst ab Herbst bevor.

Im Gegensatz etwa zur Gastronomie oder den Verkehrsmitteln sei die Kultur nach wie vor von weit härteren Einschränkungen betroffen. "Mein Eindruck ist, dass mit unterschiedlichem Maß gemessen und die Bedeutung der kulturellen Teilhabe in ihrem elementaren Wert für die Gesellschaft nicht angemessen gesehen wird." Dabei hätten die Kulturinstitutionen abgesehen von der wirtschaftlichen Bedeutung auch gerade in Krisenzeiten eine besondere Rolle: "Kulturelle Institutionen haben dabei eine zentrale Funktion für die Aufrechterhaltung der Integrität der Gesellschaft."

Angesichts des Naske-Kommentars forderte SPÖ-Kultursprecher Thomas Drozda abermals Lösungen für den langfristigen Verdienstentgang von Institutionen und Künstlerinnen und Künstlern ein: "Die Republik muss Ersatz leisten für den Verdienstentgang und eine längerfristige Perspektive für Kulturinstitutionen schaffen. Sonst können wir uns vom Kulturland Österreich verabschieden!"