Kulturschaffende in Frankreich fordern angesichts der Corona-Krise einen Plan für die Wiederbelebung der Branche von der Regierung. Bisher sei kein Datum in Aussicht gestellt worden, ab dem in Konzerthallen und auf kleineren Bühnen wieder Veranstaltungen durchgeführt werden könnten, sagte Didier Veillault, Konzertveranstalter aus Clermont-Ferrand.

Er ist Mitinitiator eines offenen Briefs an Frankreichs Regierung. Natürlich müssten Gesundheitsvorschriften eingehalten werden, sagt Veillault. Aber bisher gebe es keinerlei Angaben, ab wann überhaupt wieder Konzerte in geschlossenen Räumen möglich seien, kritisierte er.

Zeitplan erbeten

Die Musik- und Konzertindustrie sei "auf den Knien", schrieben rund 1500 Veranstalter, Künstler, Produzenten und weitere Kulturschaffende an Staatschef Emmanuel Macron, Premierminister Jean Castex und Kulturministerin Roselyne Bachelot. Die Branche befinde sich in einer wirtschaftlich heiklen Situation. Der Brief wurde unter anderem von Verantwortlichen der großen Konzertsäle Bataclan und Grand Rex in Paris unterzeichnet. Darin fordern sie einen Zeitplan für die Wiedereröffnung ihrer Sparte. Kinos, Cafés und Restaurants hätten schließlich bereits wieder öffnen dürfen, kritisieren sie.

Ab September würden nach der Sommerpause viele Künstler eigentlich wieder ihre Tourneen aufnehmen wollen, hieß es in dem Brief. Bisher sei aber nicht klar, ob die Bühnen bis dahin überhaupt öffnen könnten und unter welchen Bedingungen. Frankreich war von der Coronavirus-Pandemie schwer getroffen worden. Das Land hat bisher mehr als 30.000 Todesfälle registriert. Mitte März verhängte die Regierung eine zweimonatige Ausgangssperre. Seit Mai wurden verschiedene Bereiche des öffentlichen Lebens schrittweise wieder geöffnet. (apa)