Pornostar, Youtuber oder Supermodel - ob sich das mit den Berufswünschen seiner Schüler ausgehen wird, daran hegt Andreas Ferner durchaus Zweifel. Die der Handelsschullehrer in seinem aktuellen Programm "Chill amal, Fessor!" vor seinem Publikum auch offen ausspricht. Aber auch wenn er sich zwei Stunden lang auch intensiv über seine Schützlinge lustig macht (seine Schülerparodien sind neben dem Helikoptereltern-Rap am Ende eindeutig der unterhaltsamste Teil des Abends), so sind sie ihm doch trotz allem ans Herz gewachsen - selbst die faulen Schulschwänzer und Hausaufgabenverweigerer, die um keine Ausrede verlegen sind.

Nur die Eltern können einem als Lehrer das Leben schwer machen. Wobei sich der "Herr Fessor" schon ein bisschen ins Fäustchen lacht nach dem großen Lockdown im vergangenen Schuljahr. Weil die Erzeugerfraktion endlich einmal am eigenen Leib erleben durfte, wie es ist, ihrem Nachwuchs etwas beibringen zu müssen. "Und vielleicht denken sie jetzt darüber nach, ob es wirklich immer nur am Lehrer liegt?"

Aber er mag seine Schüler trotz allem

Der Rückblick aufs Homeschooling - der durchaus von einer gewissen Schadenfreude auf Pädagogenseite begleitet wird (zur Verteidigung des Kabarettisten sei angemerkt, dass er auch selbst Vater schulpflichtiger Kinder ist, also beide Seiten kennt) - prägt jedenfalls den Beginn seines Programms, das sich in weiterer Folge um den Alltag in der Schule dreht, wie wir ihn vor Corona kannten. Im (dank Plexiglastrennwänden) gut besuchten Wiener Orpheum macht Ferner wie bereits erwähnt das, was er am besten kann: Er plaudert aus dem Nähkästchen als Lehrer von nicht unbedingt motivierten jungen Menschen, denen die Schule und was damit zusammenhängt eigentlich ziemlich am Allerwertesten vorbeigeht, weil sie ihre Zukunft sowieso in den Sozialen Medien sehen: Influenza, oida! Äh, Influencer natürlich. Aber wer wird denn schon so kleinlich sein?

Andreas Ferner jedenfalls nicht. Der nimmt seine Schüler, wie sie sind, und ist im Klassenzimmer mit Herzblut bei der Sache. Zum Ausgleich müssen sie halt dann damit leben, dass der "Herr Fessor" abends im Kabarett nicht nur über Bildungsexperten vom Leder zieht und sich über die Sinnlosigkeit von Elternabenden auslässt (dafür sind die Elternsprechtage eine Art Rache des Lehrers), sondern eben auch kabarettistisch verarbeitet, was er von seinen Smombies (denn bevor sie aufs Handy verzichten würden, machen sie sogar lieber freiwillig Stundenwiederholung) im Klassenzimmer so alles von sich geben. Und nicht nur einmal fragt man sich: Ist das jetzt gut erfunden oder sind die wirklich so?