Emanzipation muss sein: Deshalb heißt die jüngste Adaption der berühmtesten Liebesgeschichte der Theaterwelt in der Komödie am Kai nun "Julia und Romeo". Zwei halbe Duos machen dabei gemeinsame Sache: Caroline Athanasiadis von den Kernölamazonen hat sich mit Erich Furrer zusammengetan, dessen Partnerin Gabriele Benesch Regie führt. Gemeinsam bringen sie William Shakespeares Klassiker auf die Bühne.

Der Halbschweizer und die Halbgriechin beweisen schon im Einstieg viel Witz, bevor sie frei nach Fanta 4 den Stoff vorrappen. Weil an die alte Geschichte muss man ein bisschen moderner herangehen, finden sie. Gesungen wird später noch mehrmals, was dem Ganzen den Charakter eines Zwei-Personen-Musicals gibt. Erst einmal gibt es aber eine Massenschlägerei in Verona, bevor alle Figuren der Reihe nach eingeführt werden. Jugendslang, Theaterdeutsch, Sudländer-Klischees - alles Mögliche ziehen sie dabei durch den Kakao, und man müsste das Stück wohl öfter sehen, um alle kleinen Gags mitzubekommen, die Furrer in seiner Textbearbeitung und beide in ihrem Spiel eingebaut haben.

Bei Erich Furrer und Caroline Athanasiadis gibt es auch für ältere Besucher viel zu lachen. - © www.beneschfurrer.com
Bei Erich Furrer und Caroline Athanasiadis gibt es auch für ältere Besucher viel zu lachen. - © www.beneschfurrer.com

Ganz viel italienische Komik

Neben einigem Gesang bietet die Inszenierung vor allem eines: viel Komik; und zwar ganz viel italienische Komik. Die vielen Frauen- und Männerfiguren bieten den beiden genug Malfläche für bunte Persiflagen. Die Grundhandlung aber bleibt allerdings unangetastet. Und so nimmt die Tragödie ihren unvermeidlichen Lauf. Wobei: Tragödie? Nun ja, auch wenn auf der Bühne fleißig gestorben wird (wie Furrer das tut, ist alleine ein Gag für sich), überwiegt doch der Slapstick. Und so ist es doch zumindest eine Tragikomödie, wenn nicht gar eine Tragicomedy. Dem Spielort - der Komödie am Kai - wird die Inszenierung der beiden Kabarettisten jedenfalls mehr als gerecht.(maz)