Der Spielplan der Bayreuther Festspiele für nächstes Jahr steht fest: Geplant seien eine Neuproduktion des "Fliegenden Holländer", der "Lohengrin", die "Meistersinger von Nürnberg" und auch der "Tannhäuser", der eigentlich erst 2022 wieder aufgeführt werden sollte. "Das ist die jetzige Beschlusslage", sagte Georg Freiherr von Waldenfels, Vorsitzender des Verwaltungsrats, am Dienstag.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nächstes Jahr Festspiele in Bayreuth haben werden. Was in Wien, Salzburg und Zürich möglich ist, sollte auch in Bayreuth durchführbar sein."

Valentin Schwarz probt den "Ring"

Parallel dazu sollen die Proben für den "Ring des Nibelungen" des jungen österreichischen Regisseurs Valentin Schwarz laufen, der eigentlich in diesem Jahr Premiere feiern sollte und auf 2022 verschoben wurde. "Daran hat sich nichts geändert", betonte von Waldenfels.

Der Verwaltungsrat hatte den Spielplan bereits Ende Juli beschlossen. Die Entscheidung sei mit einem gewissen Risiko verbunden, räumte der Vorsitzende ein.

Die Bayreuther Festspiele hatten 2020 mit zwei Problemen zu kämpfen: Festspielleiterin hatte Ende April bekannt gegeben, dass sie "längerfristig erkrankt" sei und deshalb die Leitung der Bayreuther Festspiele "bis auf weiteres" nicht wahrnehmen könne. Mittlerweile verlautet, ihr Gesundheitszustand habe sich soweit stabilisiert, dass sie im Herbst ihre Arbeit wieder aufnehmen könne.

Das zweite Problem war das aller Theater in Festspiele: Die Corona-Krise schien einen Proben- und Spielbetrieb unmöglich zu machen. Anders als die Salzburger Festspiele sagten die Bayreuther Festspiele die Saison 2020 ab.

Bayreuth in Corona-Zeiten

Freilich wirft die Corona auch einen Schatten auf die geplanten Festspiele 2021 voraus, die naturgemäß nach dem derzeitigen Stand der Krise geplant werden müssen. Die Aufführung von Wagners großen Chor-Opern erfordere ein ausgefeiltes Hygienekonzept, so von Waldenfels. Auch die Übernahme der Mehr- bzw. Ausfallkosten müsse noch geklärt werden. "Wir arbeiten mit Hochdruck in diesen Wochen und Monaten daran", sagte von Waldenfels. "Ich gehe davon aus, dass noch in diesem Jahr ein nach heutigen Gesichtspunkten schlüssiges Konzept vorliegt."

Nicht zuletzt wird es auch eine Frage des Sicherheitskonzepts für das Publikum sein: Die Sitzreihen im Festspielhaus sind notorisch eng - und die Kartennachfrage ist kaum bewältigbar. Die meisten Aufführungen könnten mehr als dreifach verkauft werden. Karten müssen Jahre im Vorhinein bestellt werden. Das erfolgreiche Modell der Salzburger Festspiele, die über mehrere Spielstätten und eine großzügigere Bestuhlung verfügen, ist daher nicht eins-zu-eins anwendbar. Wie eine Kartenzuteilung bei möglicherweise stark reduziertem Platzangebot aussehen könnte, ist eine der großen Fragen, die Bayreuth zusätzlich zu schultern hat. (apa/eb)