Der Covid-19-Fonds des Künstlersozialversicherungsfonds (KSVF) wird von fünf Millionen Euro auf zehn Millionen Euro aufgestockt. Die zweite Phase des Fonds läuft seit 10. Juli. Künstler, die weder beim Härtefallfonds der WKÖ noch bei der Überbrückungsfinanzierung für Selbstständige antragsberechtigt sind, können hier eine Einmal-Zahlung von bis zu 3000 Euro erhalten.

"Die zweite Phase des Covid-19-Fonds des KSVF richtet sich an die einkommensschwächsten Künstlerinnen und Künstler, deren Jahreseinkommen zu gering für eine Versicherung bei der SVS ist", so Mayer. "Umso wichtiger ist es, dass wir dieser Gruppe mit der Aufstockung des Fonds auf 10 Millionen Euro weiterhin durch diese schwierige Zeit helfen können."

In der ersten Phase des Covid-19-Fonds von März bis Anfang Juli waren rund 2,1 Millionen Euro an Soforthilfen an 2.186 Personen ausgezahlt worden. In der derzeit laufenden zweiten Phase wurden bisher rund 2,7 Millionen Euro an 1.147 Personen ausgezahlt.

Bund startet Förderprogramm fürs Kabarett

Das heimische Kabarett war massiv von den behördlichen Schließungen betroffen, vor allem Nachwuchskabarettisten stehen vor existenziellen Problemen. Die IG Kabarett konnte gemeinsam mit Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer ein neues Fair-Pay-Förderprogramm für Kabarett- und Kleinkunst-Nachwuchskünstler auf die Beine stellen. 250.000 Euro stehen für das Förderprogramm namens "Trampolin" zur Verfügung. Um Nachwuchskünstlerinnen gezielt aufzubauen, gibt es Finanzspritzen for Auftritte als Vorgruppe bei namhaften Kabarettist sowie für "Mixed-Shows". Die Auswahl erfolgt durch eine Jury aus auf Kabarett spezialisierten Journalisten und Veranstaltern unter dem Vorsitz von Peter Blau. Alle ausgewählten Kabarett-Acts erhalten pro Auftritt 500 Euro sowie die gleiche Anzahl an Auftritten, "um dem Fair-Pay-Grundsatz gerecht zu werden", wie es heißt. Das Projekt läuft bis Ende 2021 und wird durch die IG Kabarett abgewickelt.

Spektakel Wien kritisiert Kabarettförderung der Stadt Wien

Die Betreiber des Spektakel Wien kritisierten indes die anderntags verkündete erstmalige Kabarettförderung der Stadt Wien für neun Häuser. "Leider haben wir uns als Spektakel Wien zu früh gefreut, da die Vergabe absolut intransparent ablief und nur die großen Häuser mit den bekannten Namen in der Leitung zum Zug kommen", heißt es in einem offenen Brief an Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler.

Unter den Häusern, die von der drei Millionen Euro umfassenden Förderung profitieren, finden sich etwa die Kulisse, das Simpl, das Kabarett Niedermair, das Globe-Theater, der Stadtsaal und das Orpheum. "Dass wir als eine der ältesten Kleinkunstbühnen der Stadt komplett leer ausgehen, trifft uns hart", heißt es in der Aussendung. Mit Sommer habe man das Spektakel neu übernommen - "mitten in der Corona-Krise, trotz aller Widrigkeiten". Durch die Neuübernahme habe das Haus keinerlei staatliche Coronahilfen erhalten, da Neugründungen weder Fixkostenzuschuss bekommen noch Gelder aus dem NPO-Fonds. (apa)