Opernstar Anna Netrebko liegt mit einer durch das Coronavirus ausgelösten Lungenentzündung im Krankenhaus. "Ich bin schon fünf Tage im Krankenhaus wegen einer Covid-Lungenentzündung, und es geht mir bald besser", schrieb Netrebko auf Instagram.

Netrebko hat am Freitag (18. September) Geburtstag und sollte aktuell in einer Inszenierung der Oper "Don Carlos" am Moskauer Bolschoi Theater auftreten. "Ich habe mich sofort in  Isolation begeben, als ich gemerkt habe, dass ich krank werde, obwohl die Tests da noch negativ waren." Sie sei dann aber rechtzeitig ins Krankenhaus gekommen und habe Hilfe erhalten. "Alles wird gut! Der Teufel ist nicht so schrecklich, wie er beschrieben wird."

Arbeiten unter Risiko

Das Bolschoi Theater hatte die Oper "Don Carlos" abgesetzt, nachdem der Sänger Ildar Abdrasakow wegen einer Infektion mit dem Coronavirus ausgefallen war. In der Inszenierung sollte neben Netrebko auch deren Ehemann Yusif Eyvazov auftreten. Netrebko schrieb, dass bei ihm schon Antikörper festgestellt worden seien. Auch ihrem Sohn gehe es gut. Das Bolschoi Theater hatte nach seiner Schließung wegen der Pandemie am 16. März erst am 6. September erstmals wieder geöffnet.

Netrebko teilte auch mit, dass sie sich dagegen entschieden habe, in der Coronapandemie einfach nur zuhause zu sitzen. Sie habe sich bewusst für das Arbeiten und das Risiko entschieden. Die Tests, die Quarantänen und die allgemeine Verunsicherung hätten ihr mehr zu schaffen gemacht als das Virus selbst, so die Austro-Russin: "Ich bin froh, dass das für mich jetzt vorbei ist."

Umbesetzungen an der Wiener Staatsoper

Infolge des am Montag (14. September) bekannt gewordenen Coronaclusters nach einer Vorstellung von "Die lustige Witwe" des MUK-Universitätslehrgangs  mit zuletzt 46 genannten Fällen, muss die Wiener Staatsoper weitere Umbesetzungen vornehmen. Bereits heute, Donnerstag (17. September), wird Pult-Rückkehrer Bertrand de Billy wie auch am Montag (21. September) das Dirigat von "L'elisir d'amore" übernehmen.

Für die Rolle des Nemorino wurde Ensemblemitglied Jinxu Xiahou verpflichtet. Und auch bei der für Sonntag (20. September) angesetzten Vorstellung von "La fille du regiment" gibt es eine Änderung. Hier dirigiert Evelino Pido das Staatsopernorchester. Mögliche weitere Besetzungsänderungen werde man zu gegebener Zeit bekannt gegeben, heißt es aus der Staatsoper.

Am Haus wird indes weiter getestet. Zuletzt war die Rede von sieben Betroffenen, die auf den MUK-Coronacluster zurückzuführen seien. Betroffen ist die Staatsoper, da ein Mitglied des Opernstudios des Hauses im Zuge der Nachverfolgung aller Kontaktpersonen im Zuge des Clusters positiv getestet worden war. Diese Person hatte am 6. September die MUK-Vorstellung besucht. Bevor die Betroffene nach Verständigung durch die Behörden in Quarantäne geschickt werden konnte, hatte sie laut Staatsoper an einer Ensembleprobe teilgenommen. Deshalb wurden alle direkten und indirekten Kontakte isoliert und täglichen Testungen unterzogen. (apa)