Die 33-jährige Kabarettistin Katrin Immervoll alias Katie La Folle gehört der sogenannten Generation Y an (die zweideutige Aussprache "Why" passt durchaus) und zählt sich in ihrem neuen Solo "Furios zur Hipster-Mittelschicht. Selbige zieht sie auch gleich zu Beginn – nach einer Corona-bedingten Masken-Tanzeinlage – durch den Hafer-Soja-Kakao, aber "auf liab", wie Katie wohl selbst sagen würde. Wie überhaupt ihr ganzer Humor ein sehr "liaber" ist und ihre Bühnenfigur irgendwie etwas Niedliches ausstrahlt.

Das freilich steht in einem gewissen Gegensatz zu ihren Inhalten. Denn sie arbeitet sich nicht bloß komödiantisch an der eigenen Generation Y ab, sondern generell an der modernen Welt, in der die Schnelllebigkeit ihre Kinder frisst, die sich wiederum auf alte Werte besinnen und sich auf die Elterngeneration, die noch keinen eigenen Buchstaben hatte, verlassen, wenn es um Hilfestellungen abseits neuer Technologien geht.

Insofern enthält ihr neues Solo "Furios" auch einiges an Arbeitsmarkt- und Gesellschaftskritik. Zumindest bis zur Pause. Danach wird es schlüpfrig, wenn Katie, der ihre Gynäkologin erfolgreich den Sex ausgeredet hat, auf der Suche nach der Liebe am Ende mit ihrer Menstruationstasse auf einer Swingerparty landet. Und es wird musikalisch, weil sie nicht nur Kabarettistin – und Yogalehrerin – ist, sondern auch Sängerin. Und eine sehenswerte Buchstabentänzerin.