Sprache ist ein mächtiges Zaubermittel. Zumal sie der Fantasie entspringt und Dichtung wird, ein umso stärkeres. Sie kann die Realität verändern, Magie in ein Buch bannen und damit ein ganzes Feenreich entzaubern. Von dieser Warte gesehen, ist die Angst des Feenkönigs Oberon berechtigt, die ihn planen lässt, den jungen William Shakespeare in ewigen Schlaf zu versetzen. Helfen soll dabei in der Menschenwelt sein treuer Kobold Puck, der schließt jedoch bald Freundschaft mit dem jungen Poeten. Letztlich bremst Feenkönigin Titania ihren machtversessenen Gatten und rettet mit dem jungen Will gleich die ganze Dichtkunst - ihre Ehe obendrein.

Es ist eine spielerische Einführung in die Figurenwelt des englisches Dichterfürsten, die Thomas Birkmeir für das Theater der Jugend mit "Das große Shakespeare-Abenteuer" geschaffen hat - für die erwachsenen Zuseher gespickt mit vielen Querverweisen und eingewobenen Zitaten.

Die Premiere des dramaturgisch durchaus gelungenen Stücks diese Woche war begleitet von pointiert humorvollen Videos zu den Coronavirus-Schutzmaßnahmen, auch Kindertheater erobert sich seinen Raum zurück von der Pandemie.

In der Klemme: Willi (Marius Zernatto, re.) und Puck (Stefan Rosenthal) - © Rita Newman
In der Klemme: Willi (Marius Zernatto, re.) und Puck (Stefan Rosenthal) - © Rita Newman

Die Umsetzung durch ein sehr engagiertes und spielfreudiges Team (allen voran Marius Zernatto als idealistischer junger Dichter und Stefan Rosenthal als agiler Puck) unter der Regie von Felix Metzner setzte leider auf knallige Effekte und ein unnötig hohes Spannungslevel: zu laut und zu schreckhaft für viele junge Besucher. Die feinen Nuancen an poetischem Theaterzauber überlagerten diese polternden Pointen. Kinder verstehen es auch subtiler.