Wann hat die Geschichte der Eifersucht eigentlich begonnen? Damals, als alles noch eine Entität war, oder als daraus die vielen wurden? Wie bei den Göttern? Da sind Gaia, dann Hera und Zeus. Mal Geschwister, mal Mann und Frau, jedenfalls lange nicht mehr in friedvoller Einigkeit.

Und da beginnt das Elend schon, denn mit der Trennung kommt das andere in die Welt - und mit den Kindern und den Nachbarn, zum Beispiel Luigi, dem Gärtner, der die beste Pizza bäckt, ist das Übel dann voll da und nicht mehr aus der Welt zu schaffen.

Hera, degradiert zur Hausfrau und Mutter, Zeus auf der Jagd durch das Leben und die Lenden. Und da ist Herakles, das Kuckuckskind, ganzer Mann und also Jäger. Und die Hydra. Weiblich und das Ziel der Jagd des grausam Verstoßenen. Doch wo es etwas zu jagen gibt, jagt man immer auch sich selbst. Und so ist auch die Eifersucht, seit es sie gibt, eine Jagd.

Ausgehend von Heiner Müllers Lesart der griechischen Mythen, versetzt das junge Wiener Theaterkollektiv YZMA in der Regie von Milena Michalek seine "Eifersuchtslitanei mit offenem Ausgang" vom antiken Wald in einen durchzivilisierten Garten. Der sieht aus wie eine deformierte, hart glänzende Ikea-Wohnlandschaft, ungemütliche Kuschelecken, unerklimmbare Anhöhen, unentrinnbare Gymnastikräume, in denen die beiden wunderbaren Darsteller Johanna Wolff und Florian Haslinger immer wieder überraschende Personenkonstellationen durchforsten und absurd-komische Textkaskaden von unglaublicher Dichte ausstoßen.